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Springer-Chef Döpfner ergreift mit Kauf von
ProSiebenSat1 «einzigartige Gelegenheit»

05. Aug 2005 09:22
Springer-Chef Mathias Döpfner (l.) mit Haim Saban
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Für Springer ist es «die richtige Transaktion zur richtigen Zeit»: Neben stärkerem internationalen Engagement steigt das Unternehmen mit dem Kauf der ProSiebenSat1-Gruppe groß ins TV-Geschäft ein.

Thema: Springer kauft ProSiebenSat1
Für Mathias Döpfner, den Vorstandsvorsitzenden des Axel Springer Verlags , ist es schlicht «die richtige Transaktion zur richtigen Zeit»: Mit der Übernahme aller stimmberechtigten Aktien der TV-Gruppe ProSiebenSat1 Media expandiert der Zeitungskonzern auf dem deutschen Fernsehmarkt. Die Strategie, neben der Möglichkeit einer «beschleunigte Internationalisierung des Printgeschäfts» die «Expansion im deutschen TV-Markt» zu setzen, habe er «seit längerem erklärt», sagte Döpfner am Freitag in München. «Mit dem Erwerb von ProSiebenSat1 nutzen wir eine einzigartige Gelegenheit und setzen eine dieser Optionen um.»

Zuvor hatte das Unternehmen den Erwerb der ihm noch nicht gehörenden 88 Prozent der stimmberechtigten Aktien der TV-Gruppe für 2,47 Milliarden Euro bekannt gegeben. Den Eigentümer der im M-Dax geführten Vorzugsaktien soll ein Pflichtangebot von voraussichtlicht 14,10 Euro je Anteilsschein unterbreitet werden. «Mittelfristig» sollen die beiden Unternehmen zu einem einzigen verschmolzen werden.

Saban sieht «ideale Lösung»

Haim Saban, Führer der bisherigen ProSiebenSat1-Mehrheitseigner, wird nicht nur Aktionär des künftigen Medienunternehmen, sondern auch «Vorsitzender des TV-Beirats», wie Döpfner weiter sagte. Er habe «in den letzten zwei Jahren als Aufsichtsratsvorsitzender die erfolgreiche Entwicklung der Sendergruppe maßgeblich begleitet», lobte der Springer-Chef. Saban selbst sprach in München von einer «idealen Lösung» für den TV-Konzern. Er und seine Miteigner halten künftig knapp 2,5 Prozent am Verlagshaus, weil Springer den Kaufpreis für die in der P7S1-Holding gebündelten Anteile zum Teil in Aktien begleicht.

ProSiebenSat1-Vorstandschef Guillaume de Posch sagte, nach der Sanierung des Unternehmens und den jüngsten Zuwächsen bei den Marktanteilen sei es «jetzt wichtig, dem Unternehmen eine neue strategische Perspektive zu eröffnen». Er zeigte sich überzeugt, dass die «beiden Unternehmen gut positioniert» sind, um «auch im internationalen Vergleich eine starke Wettbewerbsposition einzunehmen».

Einziger börsenotierter Medienkonzern

Mit der Schaffung einer zweiten Säule des Konzerns im TV-Geschäft «entsteht der einzige börsennotierte Medienkonzern in Deutschland», teilte das Unternehmen mit. Die Bertelsmann-Gruppe verfügt zwar auch über Print- und Fernsehgeschäft, die Anteile werden aber nicht öffentlich gehandelt. Springer betonte, es handele sich bei ProSiebenSat1 um die «profitabelste deutsche TV-Sendergruppe». Alle vier Sender des Unternehmens schrieben schwarze Zahlen, hieß es weiter. (nz)

 
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