05. Aug 2005 08:19, ergänzt 10:09
Nach dem Erwerb aller stimmberechtigten Aktien von ProSiebenSat.1 will Springer die übrigen Aktionäre herausdrängen. Die früheren Eigner des Fernsehkonzerns halten künftig gut zwei Prozent am Zeitungshaus.
wird die am Freitag übernommene TV-Gruppe ProSiebenSat1 Media AG «mittelfristig» mit dem Zeitungshaus verschmelzen. Das teilte das Unternehmen am Freitag in Berlin mit. Zugleich gab Springer den erwarteten Kauf von 100 Prozent der stimmberechtigten Aktien an der zweitgrößten deutschen Fernsehkette bekannt.Das Unternehmen zahlt nach eigenen Angaben insgesamt 2,47 Milliarden Euro für das bislang von der Investorengruppe P7S1 Holding um Haim Saban gehaltene Paket von 88 Prozent der Stammaktien. Die übrigen Anteile befanden sich bereits im Besitz des Zeitungskonzerns. Auch die bei der Holding liegenden Vozugsaktien wechseln dabei den Besitzer. Das Geschäft steht unter dem Vorbehalt kartell- und medienaufsichtsrechtlicher Genehmigung.
Springer zahlt damit nach eigenen Angaben einen Kaufpreis von 23,37 Euro je Stammaktie. Allerdings muss das Unternehmen nicht die gesamte Summe in bar aufwenden: Wie es weiter hieß, erhält P7S1 für umgerechnet 75 Millionen Euro eine Beteiligung am Springer-Konzern im Umfang von 820.000 Aktien dem Besitz der Firma und ist dann mit 2,41 Prozent am Verlag beteiligt.Auch die im M-Dax geführten stimmlosen Vorzugsaktien
will Springer in seinen Besitz bringen, um die Verschmelzung zu ermöglichen. Das Unternehmen kündigte dafür ein Pflichtangebot an. Die Stämme sind nicht börsennotiert. Den freien Aktionären soll ein Angebot gemäß den gesetzlichen Richtlinien unterbreitet werden. Nach vorläufigen Berechnungen würden die Anteilseigner für jede ProSiebenSat1-Aktie demnach 14,10 Euro erhalten. Der Springer-Verlag besitzt bereits 25 Prozent der Vorzüge. Ist die Transaktion vollzogen liegen damit 62,5 Prozent des Gesamtkapitals bei Springer. (nz)