Springer steht kurz vor der Übernahme von ProSiebenSat1
04.08.2005
Herausgeber: netzeitung.de
ProSiebenSat1-Anteilseigner Haim Saban werde sich laut dem Wirtschaftsblatt allerdings nicht aus dem deutschen Markt zurückziehen. Vielmehr sehe der Kaufvertrag vor, dass Springer die von Saban und Finanzinvestoren bei der P7S1 Holding gehaltenen 50,5 Prozent am Grundkapital des im M-Dax gelisteten Unternehmens übernimmt und den Kaufpreis zum Teil mit Springer-Aktien bezahlt, berichtete das Blatt. Saban mache bei dem Verkauf einen guten Schnitt, hieß es weiter: Gemessen am Preis für den Einstieg bei der Senderkette habe sich sein Einsatz verdoppelt, berichtet das «WSJ», ohne allerdings konkrete Zahlen zu nennen.
Neben Bertelsmann entstünde mit der Übernahme ein zweiter integrierter Medienkonzern in Deutschland, der im Verlags- und im Fernsehgeschäft agiert. Zu Bertelsmann gehören unter anderem der ProSiebenSat1-Rivale RTL, der die Sender RTL, RTL II, Vox und N-TV umfasst, und der Hamburger Verlag Gruner + Jahr. Springer würde mit dem Kauf des - gemessen an den Werbeerlösen - Marktführers deutlich zu Bertelsmann aufschließen.
Bis zur Fusion mit dem Fernsehsender ProSieben im Jahr 2000 war Springer mit 41 Prozent am Berliner Sender Sat1 beteiligt und erhielt als Kaufpreis eine Beteiligung von 12,5 Prozent am ProSiebenSat1-Konzern. (nz)

