netzeitung.deSpringer steht kurz vor der Übernahme von ProSiebenSat1

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Springer-Chef Matthias Döpfner (links) und Haim Saban (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Springer-Chef Matthias Döpfner (links) und Haim Saban
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Die Verhandlungen über die Übernahme von ProSiebenSat1 durch den Berliner Springer Verlag stehen Berichten zufolge kurz vor dem Abschluss. Am Freitag soll der Deal bekannt gegeben werden.

Der Axel Springer Verlag
will laut Medienberichten am Freitag die Übernahme der ProSiebenSat1 Media AG
bekannt geben. Das berichtet das «Wall Street Journal» (WSJ) am Donnerstag auf seiner Internetseite unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertraute Kreise. Letzte Details würden am Donnerstagabend verhandelt. Beide Seiten bereiteten sich laut dem «WSJ» auf die Bekanntgabe am Freitag vor – obgleich die letzte Verhandlungsrunde auch noch scheitern könnte.

ProSiebenSat1-Anteilseigner Haim Saban werde sich laut dem Wirtschaftsblatt allerdings nicht aus dem deutschen Markt zurückziehen. Vielmehr sehe der Kaufvertrag vor, dass Springer die von Saban und Finanzinvestoren bei der P7S1 Holding gehaltenen 50,5 Prozent am Grundkapital des im M-Dax gelisteten Unternehmens übernimmt und den Kaufpreis zum Teil mit Springer-Aktien bezahlt, berichtete das Blatt. Saban mache bei dem Verkauf einen guten Schnitt, hieß es weiter: Gemessen am Preis für den Einstieg bei der Senderkette habe sich sein Einsatz verdoppelt, berichtet das «WSJ», ohne allerdings konkrete Zahlen zu nennen.

Angebot für außenstehende Aktionäre
Außerdem werde Springer ein Kaufgebot für die im Streubesitz befindlichen Aktien vorlegen. Der im Streubesitz befindliche Anteil beläuft sich auf 37,5 Prozent des Grundkapitals. Die verbleibenden 12,5 Prozent werden bereits vom Berliner Verlagshaus kontrolliert. Springer-Chef Matthias Döpfner wolle die Übernahme am Freitag bei der Vorstellung von Quartalszahlen bekannt geben.

Neben Bertelsmann entstünde mit der Übernahme ein zweiter integrierter Medienkonzern in Deutschland, der im Verlags- und im Fernsehgeschäft agiert. Zu Bertelsmann gehören unter anderem der ProSiebenSat1-Rivale RTL, der die Sender RTL, RTL II, Vox und N-TV umfasst, und der Hamburger Verlag Gruner + Jahr. Springer würde mit dem Kauf des - gemessen an den Werbeerlösen - Marktführers deutlich zu Bertelsmann aufschließen.

Bis zur Fusion mit dem Fernsehsender ProSieben im Jahr 2000 war Springer mit 41 Prozent am Berliner Sender Sat1 beteiligt und erhielt als Kaufpreis eine Beteiligung von 12,5 Prozent am ProSiebenSat1-Konzern. (nz)