netzeitung.deZetsche könnte Mitsubishi-Beteiligung abstoßen

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Der designierte Daimlerchrysler-Chef Dieter Zetsche (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der designierte Daimlerchrysler-Chef Dieter Zetsche
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Mit dem Rückzug aus dem japanischen Partner Mitsubishi war der Traum einer «Welt-AG» des amtierenden Daimlerchrysler-Chefs Schrempp gescheitert. Sein designierter Nachfolger könnte komplett bei MMC aussteigen. Thema: Schrempp-Rücktritt Zetsche könnte auch Mercedes-Gruppe führen Zetsche kommt auf Empfehlung von Schrempp Daimlerchrysler duldet keine Verleumdung Cordes kann vom Rücktritt noch zurücktreten Cordes nach Zetsche-Berufung eingeschnappt Daimlerchrysler hat keinen Cordes-Nachfolger Zetsche will nicht betriebsbedingt kündigen Schrempp verzichtet auf Millionen Daimlerchrysler-Chef Schrempp verlässt den Autokonzern zum Jahreswechsel

Möglicherweise könnte der Daimlerchrysler-Konzern
unter neuer Führung seine Beteiligung am japanischen Autohersteller Mitsubishi Motor Corporation (MMC) vollständig abstoßen. Das zumindest glauben einige Analysten und Branchenvertreter, wie die britische «Financial Times» (FT) am Montag berichtete. Sie argumentierten, der designierte Konzernchef Dieter Zetsche habe bereits die Revolte von Management und Aufsichtsrat gegen die vom scheidenden Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp gewünschte Beteiligung an der Kapitalerhöhung bei MMC angeführt.

Zetsche sei kein Freund von MMC, weil die Beteiligung Mittel vom bislang von ihm verantworteten US-Konzernzweig Chrysler abgezogen hätte, zitierte das Blatt einen ungenannten Branchenmanager. Daimlerchrysler hatte sich im Zuge von Schrempps Strategie einer «Welt-AG», also eines den Globus umspannenden Autoherstellers, einen Kontrollanteil von 37 Prozent an MMC gesichert. Inzwischen ist die Beteiligung auf etwa 13 Prozent gefallen, nachdem der Konzern dem japanischen Partner im vergangenen Jahr finanzielle Mittel verweigert und an einer Kapitalerhöhung nicht teilgehabt hatte.

MMC könnte noch mehr Geld brauchen
Die weiter bestehende Partnerschaft mit MMC stehe einem vollständigen Ausstieg nicht im Wege, argumentierten Analysten dem Blatt zufolge. Die Zusammenarbeit lasse sich auch ohne sie fortsetzen. Andere Experten warnten indes, MMC müsse bei einem Komplettausstieg von Daimlerchrysler möglicherweise noch einmal die anderen Mitglieder der Mitsubishi-Konzernfamlie um frisches Geld bitten.

Im vergangenen Jahr hatten sie umgerechnet zehn Milliarden Euro an frischem Kapital nachgeschossen. Dadurch war der Daimlerchrysler-Anteil entscheidend gesunken. Das Unternehmen hatte jedoch zugleich die Mitsubishi-Lkw-Tochter Fuso erworben und will das japanische Tochterunternehmen nun in seine weltweit agierende Lastwagensparte integrieren, die damit am Absatz gemessen die größte der Welt ist.

«Chrysler-Brille» abgesetzt
Dem Blatt zufolge halten einige Experten den Zeitpunkt für den kompletten Rückzug aus der Beteiligung mit dem vorzeitigen Abtritt Schrempps für gekommen. Zetsche würde damit eine Art Schlussstrich unter die «Welt-AG»-Pläne seines Vorgängers ziehen, der am Donnerstag überraschend seinen Abschied zum Jahreswechsel bekannt gegeben hatte.

Andere Experten glauben indes, dass sich sein designierter Nachfolger Zetsche dazu nicht ohne Not hinreißen lassen werde: Mit seiner Berufung an die Konzernspitze habe der Manager seine «Chrysler-Brille» abgelegt, argumentieren sie. (nz)