30.07.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Den wegen Preisabsprachen verurteilten Zementherstellern steht eine Schadenersatzklage bevor. Dies sei allerdings nur «die Spitze eines Eisbergs», warnte die mit der Klage beauftragte Gesellschaft CDC.
Fast 30 Kunden wollen die wegen illegalen Preisabsprachen zu Bußgeldern verurteilten Zementhersteller auf Schadenersatz in Millionenhöhe verklagen. In der kommenden Woche soll nach einem Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» eine Sammelklage vor dem Düsseldorfer Landgericht eingereicht werden. Betroffen davon seien die Konzerne Dyckerhoff, Lafarge und Readymix. Wie es weiter hieß, wurden die Klagen der Abnehmer gebündelt.
Durch die unerlaubten Preisabsprachen seien in der Zeit von 1993 bis 2002 rund 136 Millionen Euro zu viel bezahlt worden, hieß es weiter. Die 28 Zementkunden würden von der belgischen Gesellschaft Cartel Damage Claims (CDC) vertreten. Nach Angaben von CDC seien die Kunden, die nun vor Gericht ziehen, nur die Spitze eines Eisberges. Damit seien nur etwa zehn Prozent der geschädigten Abnehmer erfasst. Das Verfahren sei ein Präzedenzfall für die Chancen geprellter Kartellopfer.
Millionenstrafe für Zementkonzerne Gelassen reagierte offenbar der deutsche Baukonzern Dyckerhoff. Wie das Handelsblatt berichtete, räumt das Unternehmen der Klage nur geringe Chancen ein. Es würden auch keine Rücklagen in diesem Zusammenhang gebildet, sagte eine Sprecherin des Konzerns. Das Bundeskartellamt hatte im Frühjahr 2003 gegen Dyckerhoff und fünf weitere Zementhersteller eine Strafe wegen unerlaubter Preisabsprachen von insgesamt 660 Millionen Euro verhängt. (nz)