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Sony BMG räumt Bestechnung von Sendern ein

25. Jul 2005 19:46
Der Musikkonzern Sony BMG hat Radiosender mit Geld und Luxusreisen bestochen, damit diese die richtigen Songs spielen. Dafür wird jetzt eine Millionenstrafe fällig.

Die Plattenfirma Sony BMG zahlt zehn Millionen Dollar zur Beilegung der so genannten «Pay-for-Play-Affäre». Wie der zuständige New Yorker Staatsanwalt Eliot Spitzer am Montag mitteilte, habe der Musikkonzern der Zahlung zugestimmt. Außerdem habe der Konzern zugesagt, einen Beauftragten einzustellen, der die Werbetätigkeiten des Unternehmens überwacht. Sony BMG werde außerdem eine Erklärung veröffentlichen, in der ein unzulässiges Verhalten eingestanden wird. Spitzer lobte das Unternehmen für seine Kooperation. Ein Sprecher von Sony BMG war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Spitzer hatte wegen des Verdachts ermittelt, Plattenfirmen hätten New Yorker Rundfunksendern Geld und andere Vorteile geboten, damit Künstler aus ihrem Repertoire gespielt werden. «Unsere Ermittlung zeigt, dass entgegen der Hörer-Erwartungen Lieder nicht wegen ihrer künstlerischen Qualität und Popularität zur Sendung ausgewählt werden, sondern Sendezeit oft von ungenannten Zahlungen an Rundfunksendern und ihren Mitarbeitern abhängt», sagte Spitzer. «Diese Vereinbarung ist ein Modell, um den überall vorhandenen Einfluss von Bestechungen in der Industrie zu brechen.»

Las-Vegas-Reise für die richtige Playlist

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Sony BMG soll Spitzer zufolge Urlaubsreisen, Elektronikartikel, Geschenke für Hörer-Wettbewerbe und sogar Betriebskosten von Radiosendern gezahlt haben, damit die von dem Unternehmen produzierten Künstler gespielt werden. Sony BMG habe zudem so genannte unabhängige Promoter engagiert, die illegale Zahlungen an Sender getätigt haben, um mehr Sendezeit - im Jargon auch Airplay - für seine Künstler zu bekommen, sagte der Generalstaatsanwalt. Spitzer legte E-Mails vor, nach denen auch die Führungsetage über die Praxis informiert war. Um die Zahlungen zu verschleiern, wurden sogar Wettbewerbe erfunden.

In einem Fall habe ein Promoter des Sony-Labels Epic bei der Promotion der Rockgruppe Audioslave gefragt: «Was muss ich tun, damit ich Audioslave diese Woche in WKSS bekomme? Was immer ihr euch träumen könnt, ich kann es wahr machen.» In einem anderen Fall habe ein Promoter gedroht, den zugesagten Las-Vegas-Trips zu streichen, weil ihm die nächtliche Sendezeit des Celine-Dion-Titels «I Drove All Night» missfallen habe. Die Radiostation müsse dafür schon zu attraktiveren Zeiten senden.

Ermittlungen auch gegen die Konkurrenz

Spitzers Ermittlungen basieren auf einem Bundesgesetz von 1960. Demzufolge sind Geldzahlungen und andere Anreize zum Senden von Musiktiteln unter Strafe gestellt. Das Gesetz war eine Reaktion auf einen Bestechungsskandal, in den einige damals sehr populäre Discjockeys verwickelt waren. Damals wurde die Affäre «Payola» genannt – eine Zusammensetzung aus «Pay» und dem damals verbreiteten Plattenspieler der Marke Victrola. Spitzer hat Informationen und Dokumente auch von den anderen großen Plattenfirmen EMI, Warner Music Group und Universal angefordert. (nz)

 
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