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Hartz-Nachfolger kommt bis Herbst

14. Jul 2005 09:28
Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (l.) und der scheidende VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz
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An der Spitze des VW-Konzerns gibt es offenbar noch Klärungsbedarf über die Nachfolge von Peter Hartz. Erneut wird der Rückzug Niedersachsens aus dem Autokonzern gefordert.

Thema: Schmiergeld-Affäre bei VW
Derzeit gibt es noch keine konkreten Vorschläge für die Neubesetzung des Arbeitsdirektor-Postens beim Volkswagen-Konzern . Niedersachsens Ministerpräsident und VW-Aufsichtsratsmitglied Christian Wulff (CDU) sagte der hannoverschen «Neuen Presse», der Nachfolger von Peter Hartz werde spätestens im Herbst präsentiert. Er müsse «bereits Erfahrung als Personalvorstand in einem anderen Unternehmen haben», sagte Wulff.

Zumindest in diesem Punkt besteht Einigkeit zwischen dem Politiker und dem IG-Metall-Vorsitzenden Jürgen Peters, der ebenfalls im Präsidialausschuss des Kontrollgremiums sitzt. Auch der Gewerkschaftschef hatte Erfahrung als Vorbedingung für den Posten genannt. Die Spitze des Aufsichtsrats hatte den von Hartz erwünschten Weggang am Mittwoch gebilligt, ohne einen Nachfolger zu benennen.

Hartz geht ohne Abfindung

Im paritätisch besetzten Aufsichtsrat scheinen vor allem Wulff und Peters über Kreuz zu liegen. Die IG Metall nimmt traditionell für sich in Anspruch, den Arbeitsdirektor vorschlagen zu dürfen. Allerdings ist der Einfluss der Gewerkschaft angesichts der Schmiergeld-Affäre um Tarnfirmen und angeblich geschmierte Betriebsräte in die Kritik geraten. Innerhalb der Gewerkschaft sorgt hingegen offenbar für Verärgerung, wie stark sich der CDU-Politiker Wulff im anlaufenden Bundestagswahlkampf nach vorne drängt.

Ebenso unklar wie die Nachfolge ist derzeit die Frage, wann Hartz den Konzern tatsächlich verlässt. Seine Funktionen werden laut Aufsichtsrat zunächst vom Vorstandsvorsitzenden Bernd Pischetsrieder mit übernommen. Das Gremium hatte zudem mitgeteilt, die Frage einer Abfindung für Hartz habe «nicht zur Debatte» gestanden. Möglicherweise wird ihm das Gehalt aus dem noch zwei Jahre laufenden Vorstandsvertrag ausgezahlt. Danach steht dem heute 63-Jährigen die Rente zu, die der Volkswagen-Konzern seinem Führungskräften zahlt.

Erneut Forderung nach Staatsrückzug

Unterdessen hat der FDP-Parteivize Rainer Brüderle Niedersachsen erneut aufgefordert, seinen Anteil von rund 18 Prozent der Volkswagen-Aktien zu verkaufen. Diesmal sagte er der «Berliner Zeitung», «Gewerkschaftseinfluss, die paritätische Mitbestimmung und der Staaseinfluss scheinen sich mittlerweile als Hindernis für die Entwicklung bei VW zu erweisen». «Auf dem Weg zu einem gemeinsamen Kapitalmarkt in Europa» seien zudem Regelungen wie das VW-Gesetz nicht mehr zeitgemäß.

Durch das VW-Gesetz dürfen Anteilseigner höchstens 20 Prozent ihrer Stimmrechte ausüben, selbst wenn sie über mehr Aktien verfügen. Die Regelung soll den Einfluss des Landes sichern und VW vor Übernahmen schützen. Zugleich sichert das Gesetz der Landesregierung zwei Sitze im Aufsichtsrat zu. Neben Ministerpräsident Wulff sitzt dort zurzeit Landeswirtschaftsminister Walter Hirche (FDP). (nz)

 
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