13.07.2005
Herausgeber: netzeitung.de
VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh
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Einkaufstouren des Betriebsrats auf Kosten des Konzerns hat es nicht gegeben, betont Bernd Osterloh. Der neue Betriebsratschef bei VW nimmt den Vorwurf der Bestechlichkeit mit «Galgenhumor». Thema: Schmiergeld-Affäre bei VW Wulff will VW-Aufsichtsrat überprüfen IG-Metall-Chef schließt externen Hartz-Nachfolger nicht aus Millionenforderung aus Indien an VW Schuster will aus VW-Skandal Kapital schlagen Hartz-Nachfolger soll von außen kommen Forscher für Erhalt der Mitbestimmung bei VW «Zweifelhafte Positionen» in VW-Rechnungen VW-Betriebsrat will «gläserne Kasse» Hartz will bei VW zurücktreten Chronologie: Schmiergeld-Affäre bei VW
Der neue Betriebsratschef im Volkswagen-Konzern
, Bernd Osterloh, hat eingeräumt, dass Mitglieder der Arbeitnehmervertretung früher auf Reisen im Rahmen ihrer Tätigkeit von ihren Ehepartnern begleitet wurden. Die Reisen seien «als Pendant zu den regelmäßigen Treffen der rund 200 Topmanager unter Einbeziehung der Partner» organisiert gewesen, sagte Osterloh in einem Interview mit der Mitarbeiterzeitung «VW Intern». Die Ehepartner des Topmanagements seien wegen der zeitlichen Belastung bereits seit Jahren auf Reisen der Führungskräfte mitgenommen worden.
Osterloh war erst jüngst an die Spitze der Arbeitnehmerbvertretung gewählt worden. Sein Vorgänger Klaus Volkert war angesichts der Schmiergeld-Affäre bei VW zurückgetreten. Er soll an Firmen beteiligt gewesen sein, mit denen der frühere Skoda-Personalchef Helmuth Schuster nach Medienberichten versucht hatte, lukrative Aufträge des Konzerns Unternehmen zu sichern, an denen er selbst beteiligt war. Volkert hat die Vorwürfe bestritten, offizielle Ermittlungen gegen ihn gibt es nicht.
«Nicht mehr zeitgemäß»Grundsätzlich verteidigte der neue Betriebsratschef die Einbeziehung von Ehefrauen und -männern: «Da die Mitglieder des Gesamtbetriebsratsausschusses nicht Mitglieder des Topmanagements sind, aber einer ebenso starken zeitlichen Belastung unterliegen, wurden diese Reisen auf Einladung des Vorstandes bis 2003 durchgeführt», sagte er laut «VW Intern». Er habe sich aber mit seinen Kollegen abgestimmt, «dass es diese Reisen nicht mehr geben wird», als er im vergangenen Jahr zum stellvertretenden Betriebsratschef gewählt worden sei, betonte Osterloh. Sie seien «nicht mehr zeitgemäß», sagte er zur Begründung.
Medienberichte, denen zufolge das Management die Arbeitnehmervertretung durch diese Reisen und andere Vergünstigungen auf Vorstandslinie gebracht hat, wies Osterloh indes zurück: Auf den Reisen sei kein Geld für Einkäufe der Betriebsräte oder ihre Partner geflossen. «Meine amtierenden Kollegen haben mir versichert, dass da nichts dran ist.»
«Von Pauschalbudget nichts gewusst»Osterloh trat zugleich der «pauschalen Verurteilung» entgegen, der Betriebsrat sei korrupt gewesen. Er verfolge mit «einer gewissen Portion Galgenhumor, dass genau diejenigen, die dem Betriebsrat als Gremium oder einzelnen jetzt vorwerfen, gekauft worden zu sein, während der Tarifrunde über die 'Hardliner-IG-Metall' lamentiert haben».
Osterloh bekannte sich zudem erneut zu einer «gläsernen Kasse» des Betriebsrats. Zu Details verwies er auf die laufenden Untersuchungen der Konzernrevision. Medien berichteten, der Konzern habe die Verwendung der dem Betriebsrat gesetzlich zustehenden Mittel nicht überprüft. Dem widersprach Osterloh und verwies auf die im Unternehmen übliche Kontrollen. «Von einem Pauschalbudget habe ich nichts gewusst und den wird es mit mir auch nicht geben», versicherte er. (nz)