netzeitung.deSchuster will aus VW-Skandal Kapital schlagen

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VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz (l.) mit dem früheren Skoda-Personalchef Helmuth Schuster (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz (l.) mit dem früheren Skoda-Personalchef Helmuth Schuster
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Angeblich will Helmuth Schuster, Hauptverdächtiger im VW-Schmiergeldskandal, in den Medien auspacken - gegen Geld. Staatsanwälte könnten noch in dieser Woche erste Zeugen vernehmen. Thema: Schmiergeld-Affäre bei VW Hartz-Nachfolger soll von außen kommen SPD-Abgeordnete wieder bei VW tätig VW könnte Details zu Sanierung nennen Forscher für Erhalt der Mitbestimmung bei VW Experte fordert Piech zum Rücktritt auf «Zweifelhafte Positionen» in VW-Rechnungen VW-Betriebsrat will «gläserne Kasse»

Dem Volkswagen-Konzern
drohen in der Schmiergeld-Affäre möglicherweise weitere Enthüllungen: Der Hauptverdächtige, der frühere Skoda-Personalchef Helmuth Schuster, verhandelt mit großen deutschen Verlagen, um die Exklusivrechte an einer Enthüllungsserie zu veräußern. Das berichtete die «Wirtschaftswoche» am Dienstag, ohne jedoch Quellen zu nennen. Demnach geht es um einen «hohen sechsstelligen Euro-Betrag».

Schuster hatte zu den von Volkswagen gegen ihn erhobenen Vorwürfen bislang nicht öffentlich Stellung genommen. Auf eine Anzeige hin ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen ihn wegen des Verdachts auf Betrug und Untreue zu Lasten des Autokonzerns. Die Ermittler verdächtigen auch Hans-Joachim Gebauer, der früher für das Konzernmanagement den Kontakt zum Betriebsrat hielt. Beide sollen zusammen ein Firmengeflecht in mehreren Ländern entwickelt haben, um ihren Firmen Aufträge von VW zuzuschieben.

Gebauer drohte nur
Sollte Schuster tatsächlich mehrere Enthüllungsgeschichten an die Medien verkaufen, ginge er noch einen Schritt weiter als der Mitbeschuldigte Gebauer: Der hatte bislang über seinen Anwalt, der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki, lediglich Anschuldigungen insbesondere gegen VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz geäußert. Belege für eine Verstrickung von Hartz in die angebliche Versuche des Konzernmanagements, sich den Betriebsrat durch Einkaufreisen und Luxus-Prostituierte gefügig zu machen, legte Kubicki indes bislang nicht vor.

Hartz hatte am Freitag seinen Rücktritt angeboten, obwohl offiziell nicht gegen ihn ermittelt wird. Das Präsidium des Aufsichtsrats von VW trifft am Mittwoch zusammen und wird das Gesuch dabei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit annehmen.

Erste Zeugenverhöre stehen an
Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft kündigte unterdessen an, rasch selbst Zeugen zu vernehmen. Sprecher Klaus Ziehe sagte am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa, die Verhöre könnten möglicherweise noch in dieser Woche aufgenommen werden. Es ließe sich noch nicht sagen, an welche Staaten internationale Rechtshilfeersuchen gestellt werden sollen, ergänzte der Sprecher. Auch stehe ein Zeitpunkt für diese Ausweitung der Ermittlungen auf das Ausland noch nicht fest. (nz)