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VW-Chef hält Unregelmäßigkeiten für möglich

09. Jul 2005 13:22, ergänzt 14:14
VW-Chef Bernd Pischetsrieder
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VW-Chef Pischetsrieder hat ein hartes Durchgreifen in der Schmiergeld-Affäre des Konzerns angekündigt. Unterdessen wurden neue Details über die Korruptionsvorwürfe bekannt.

Thema: Schmiergeld-Affäre bei VW
Der Vorstandschef des Volkswagen-Konzerns , Bernd Pischetsrieder, hat erstmals eingeräumt, dass bei VW möglicherweise Reisespesen nicht ordnungsgemäß abgerechnet wurden. Er sagte der «Bild»-Zeitung, der Schaden für das Unternehmen könne im sechsstelligen Bereich liegen. Den Vorwurf, dass Betriebsräte mit Lustreisen bestochen worden seien, wies er aber als «absurd» zurück. Pischetsrieder kündigte ein hartes Durchgreifen in der Schmiergeld-Affäre an. Pischetsrieder sagte, jeder, der dem Unternehmen geschadet habe, werde zur Rechenschaft gezogen. Er sehe in dieser «schwierigen Situation für VW» seine Aufgabe darin, alle Vorgänge lückenlos aufzuklären.

Ungeprüftes Konto

Nach dem angekündigten Rücktritt von Personalvorstand Peter Hartz verdichteten sich die Hinweise auf vom Konzern bezahlte Reisen für Volkswagen-Mitarbeiter. Laut «Süddeutscher Zeitung» gab es ein vom Konzern gespeistes Konto, über das binnen zwei Jahre Eigenbelege in Höhe von einer Million Euro abgerechnet wurden.

Auf Anweisung des Vorstands sei die Verwendung der Gelder nicht genau überprüft worden, berichtete die Zeitung. Demnach sollen mit Wissen von Hartz Mitglieder des Betriebsratsausschusses samt Ehefrauen einmal jährlich im Firmenflieger in europäische Metropolen geflogen sein. Dort seien ihnen auch Privateinkäufe finanziert worden, berichteten «Süddeutsche» und das Nachrichtenmagazin «Focus» übereinstimmend.

Indische Millionen

Unterdessen berichtet die ARD über konkrete Zahlungen im Zusammenhang mit einem geplanten VW-Werk in Indien. Die Regierung des südindischen Bundesstaates Andhra Pradesh teilte der ARD mit, dass sie auf Anforderung des entlassenen Skoda-Managers Helmuth Schuster zwei Millionen Euro überwiesen habe. Die Gelder seien an eine Firma namens Vashishta Wahan geflossen. Ein VW-Sprecher in Wolfsburg sagte dazu, VW sei an einer Firma diesen Namens nicht beteiligt. Er gab keinen weiteren Kommentar ab, sondern verwies auf die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und die Arbeit der eingeschalteten Wirtschaftsprüfer. VW-Chef Pischetsrieder hatte im Zuge der Affäre die Pläne für den Bau einer Autofabrik in Indien vorerst auf Eis gelegt.

Schuster war Chefunterhändler für Volkswagen in Andhra Pradesh. Die Landesregierung betonte, man habe keine Bestechungsgelder gezahlt. Die Gelder seien für den Aufbau eines gemeinsamen Unternehmens mit VW gedacht gewesen. Industrieminister Satyanarayana Botcha hatte Anfang Mai verkündet, VW plane den Bau eines 700 Millionen Euro teuren Werkes in der Hafenstadt Vishakhapatnam. Nach indischen Medienberichten sollten 10.000 Arbeitsplätze entstehen. (nz)

 
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