08.07.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig, Klaus Ziehe
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hofft, dass die Medien in der Schmiergeld-Affäre bei VW weitere Details ans Licht bringen. Die Behörde hat aber auch eigene Ermittlungen aufgenommen. Thema: Schmiergeld-Affäre bei VW Hartz will bei VW zurücktreten IG Metall sammelt sich nach VW-Affäre VW-Ermittlungen im Ausland möglich BDI gegen Offenlegung von Betriebsratsbezügen Anti-Korruptionsverein fordert Verhaltensregeln Hartz gibt Vorstandsaufgaben bei VW ab Staatsanwaltschaft kennt keine Hartz belastenden Unterlagen Osterloh führt VW-Arbeitnehmer
In Niedersachsen laufen die ersten eigenen Ermittlungen der Behörden in der Schmiergeldaffäre beim Volkswagen-Konzern
an. Sowohl die Staatsanwaltschaft Braunschweig als auch das Landeskriminalamt hätten begonnen, über die vom Unternehmen eingereichten Dokumente hinaus selbst Untersuchungen anzustellen, sagte Klaus Ziehe, der Sprecher der Strafverfolger, am Freitag.
Zu möglichen bisherigen Erkenntnissen wollte sich Ziehe nicht äußern. Die Ermittlungen könnten aber Monate andauern. Sie könnten sich früheren Aussagen zufolge auch auf europäische und außereuropäische Länder erstrecken, so dass zeitintensive Rechtshilfeersuchen gestellt und bewilligt werden müssten. Zugleich ermutigte der Sprecher Journalisten, eigene Recherchen anzustellen: «Wir verschließen aber nicht die Augen vor weiteren Berichten in den Medien», sagte Ziehe.
Verdächtige wollten zwei Drittel des GewinnsAm Freitag förderte die «Berliner Zeitung» Neues zur Affäre zu Tage: Aus einem ihm vorliegendes Dokument zitierte das Blatt, die beiden Hauptverdächtigen hätten «verschiedene Investitions- und Handelsprojekte vermittelt». Der Ex-Personalchef der Tochter Skoda, Helmuth Schuster, und Hans-Joachim Gebauer, der früher in der VW-Personalabteilung arbeitete, waren vom Unternehmen wegen Untreue und Betrug angezeigt worden. Sie sollen dem Bericht zufolge versucht haben, VW-Projekte in Angola und Indien sowie bei der Tochter Skoda und dem VW-Pensionsfonds einzufädeln.
Unklar sei aber, ob und wie die in dem Papier beschriebenen Projekte Wirklichkeit geworden sind. Als Geschäftspartner benannte die Zeitung eine Schweizer Firma, die erst jüngst eine Verstrickung in die Affäre bestritten hatte, einen Finanzdienstleister und ein Handelsunternehmen sowie einen Mitarbeiter der Commerzbank
. Dieser habe «alle Projekte logistisch und fundiert» unterstützt und «zusätzlich als Schnittstelle» fungiert, wurde weiter aus dem Papier zitiert. Demnach wollten die beiden Verdächtigen auch «zwei Drittel der Ergebnisse» für sich behalten, während die Geschäftspartner die verbliebenen Summen erhalten sollten. (nz)