08.07.2005
Herausgeber: netzeitung.de
VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz
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Der in der Schmiergeld-Affäre unter Druck geratene VW-Personalchef Peter Hartz möchte seinen Posten aufgeben. Die Zustimmung des Aufsichtsrates gilt als sicher. Thema: Schmiergeld-Affäre bei VW Clement bedauert Rücktrittsangebot von Hartz Wulff begrüßt Rücktrittsangebot von Hartz Dokumentation: Persönliche Erklärung von Peter Hartz Chronologie: Schmiergeld-Affäre bei VW IG Metall sammelt sich nach VW-Affäre VW-Ermittlungen im Ausland möglich BDI gegen Offenlegung von Betriebsratsbezügen Anti-Korruptionsverein fordert Verhaltensregeln Hartz gibt Vorstandsaufgaben bei VW ab Staatsanwaltschaft kennt keine Hartz belastenden Unterlagen Druck auf VW-Vorstand Hartz wächst Hartz weist Korruptionsvorwürfe zurück
Der Personalvorstand des Volkswagen-Konzerns
, Peter Hartz, hat seinen Rücktritt angeboten. Wie das Unternehmen am Freitag in Wolfsburg mitteilte, muss nun der Aufsichtsrat des Konzerns darüber entscheiden. Die Zustimmung der Kontrolleure gilt allerdings als sicher.
Hartz übernehme mit seinem Rücktrittsgesuch die «Verantwortung für Versäumnisse einzelner Mitarbeiter», hieß es in einer Mitteilung des Konzerns. «Die Spekulationen und Anwürfe haben ein Ausmaß erreicht, das im Hinblick auf das Image unseres Unternehmens, unserer Produkte und unserer Mitarbeiter nicht tolerierbar ist», sagte VW-Chef Bernd Pischetsrieder.
«In den zurückliegenden Wochen ist der Konzern durch das Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter auf eine unerträgliche Art und Weise in die Schlagzeilen geraten», sagte Pischetsrieder. Er kündigte «eine lückenlose und zügige Aufklärung» und Konsequenzen «ohne Rücksicht auf Ämter und Personen» an. Pischetsrieder dankte Hartz für seine «großen Verdienste» in den zurückliegenden zwölf Jahren.
Hartz bestreitet Vorwürfe bislangHartz war in der Schmiergeld-Affäre beim Autokonzern unter Druck geraten. Medienberichten zufolge soll er über die angeblichen Bemühungen der Konzernleitung informiert gewesen sein, den Betriebsrat durch die Bezahlung von Reisen und Luxus-Prostituierten auf Vorstandslinie zu bringen. Zuletzt hieß es, der Arbeitsdirektor habe einen «Blanko-Scheck» für Mittel ausgestellt, die dem Betriebsrat für seine Arbeit zur Verfügung stehen, ohne ihre Verwendung zu prüfen.
Hartz hat die Vorwürfe bislang stets bestritten und sie als «Verleumdung» bezeichnet. Die Aufgabe, als Vorstand die Beziehungen von VW zur Bundesregierung in Berlin und zur EU-Kommission in Brüssel zu pflegen, hatte Hartz erst am Donnerstag abgegeben. Sie werden künftig von Vorstandschef Bernd Pischtsrieder ausgeübt.
Keine offiziellen ErmittlungenDie Neuverteilung der Aufgaben steht allerdings nicht im Zusammenhang mit der Affäre: Seit Wolfgang Bernhard sein Amt als VW-Markenvorstand angetreten hat, zeichnete sich eine Übernahme anderer Aufgabe durch den dadurch entlasteten Konzernchef Pischetsrieder ab.
Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat in der Schmiergeld-Affäre inzwischen eigene Ermittlungen aufgenommen. Zuvor hatte der Konzern Anzeigen gegen den früheren Personalchef der Tochter Skoda, Helmuth Schuster, sowie einen früheren Mitarbeiter der VW-Personalabteilung wegen Untreue und Betrug gestellt. Bislang richten sich die offiziellen Ermittlungen allerdings nicht gegen weitere Verdächtige, also auch nicht gegen Arbeitsdirektor Hartz. (nz)