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Springer sucht Geld für ProSieben-Kauf

06. Jul 2005 13:09
Friede Springer
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Noch ist sich der Springer-Verlag nicht klar darüber, wie der Kauf von ProSiebenSat.1 finanziert werden soll. Hilfe durch Hellman & Friedman böte sich an – würde aber die Machtposition von Friede Springer gefährden.

Der Axel Springer Verlag hat offenbar noch kein schlüssiges Finanzkonzept für die angestrebte Übernahme des TV-Konzerns ProSiebenSat.1 Media entwickelt. Selbst unter Einsatz von zehn Prozent der eigenen Aktien, über die das im M-Dax geführte Unternehmen verfügt, sowie einen Kredit durch das beratende Geldinstitut Deutsche Bank würde nicht ausreichen, berichtete die «Financial Times Deutschland» (FTD) am Mittwoch unter Berufung auf Verhandlungskreise. Es gebe aber «reichlich Optionen», versicherte eine nicht genannte Quelle dem Blatt.

Demnach wird mit der Suche nach einem Finanzpartner eine Beteiligung des US-Finanzinvestors Hellman & Friedman (H&F) wahrscheinlicher. Der ist bereits mit 19,4 Prozent am größten Zeitungsverlag Europas beteiligt. An ProSiebenSat.1 hält H&F ebenfalls Anteile und verfügt gemeinsam mit anderen US-Gesellschaften und dem Investor Haim Saban über die Mehrheit der Stimmrechte. Laut «FTD» könnte H&F versuchen, den Springer-Anteil stark zu erhöhen.

Übernahme kostet gut eine Milliarde Euro

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Dabei würde die US-Gesellschaft aber den Interessen von Friede Springer, der Haupt-Erbin von Verlagsgründer Axel Springer, entgegenstehen. Sie hatte sich zuletzt durch den direkten Erwerb von 10,0 Prozent der Anteile die Kontrolle über den Konzern gesichert. Indirekt kontrolliert sie weitere Anteile über die Axel Springer Gesellschaft für Publizistik, der 50 Prozent plus zehn Aktien von Springer gehören.

Wie die «FTD» weiter berichtete, hat Springer-Chef Mathias Döpfner betont, das Geschäft dürfe intern noch nicht als abgeschlossen angesehen werden. Die Beteiligten sollten sich stets bewusst sein, dass es noch scheitern könnte, hieß es unter Berufung auf Vertraute des Vorstandsvorsitzenden. Das Finanzvolumen werde auf mehr als eine Milliarde Euro geschätzt, so dass entweder ein Partner oder eine intelligente Struktur gefragt sei.

Pflichtangebot steht an

Hintergrund:
Springer will das Geschäft bis zum Jahreswechsel abgeschlossen haben. Da eine Untersuchung durch die Kontrollbehörden bis zu vier Monaten dauern könne, stünden die Gespräche unter Zeitdruck. Dennoch wolle sich Springer bei der auch Due Dilligence genannten, eingehenden Prüfung von Büchern und Geschäftsplänen zwei bis drei Wochen zeit lassen, obwohl der Zeitungskonzern als Anteilseigner der TV-Gruppe über die Daten informiert sein müsste.

Wenn Springer die Mehrheit an ProSiebenSat.1 erwirbt, dürfte zudem ein Pflichtangebot an die freien Aktionäre der TV-Gruppe anstehen. Das verkompliziere die Vorbereitungen zusätzlich, berichtete die «FTD» weiter. Springer-Juristen hätten sich daher in den zurückliegenden Wochen eingehend mit den gesetzlichen Regelungen zu Pflichtmitteilungen börsennotierter Gesellschaften auseinandergesetzt. «Nach einer Ad-hoc-Mitteilung kann es sehr schnell gehen», zitierte das Blatt mit dem Vorgang vertraute Kreise. (nz)

 
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