10. Jun 2005 10:38
In Nürnberg könnten fast 1800 Stellen wegfallen, weil der AEG-Mutterkonzern Electrolux lieber in Osteuropa produzieren will. Die Gewerkschaft will Einschnitten nur im Austausch gegen eine Jobgarantie zustimmen.
Vertreter von Belegschaft und Geschäftsführung haben am Freitag Gespräche über die Zukunft des AEG-Haushaltsgerätewerkes in Nürnberg aufgenommen. Zunächst werde das Management einen Überblick über die Lage des Betriebs geben, sagte ein Firmensprecher. Wie lange das Treffen dauern wird, blieb unklar.Der schwedische Mutterkonzern Electrolux hatte eine umfassende Prüfung des Nürnberger Standortes angekündigt. Möglich ist auch eine komplette Schließung und die Verlagerung der Produktion nach Osteuropa. In Nürnberg stellen 1750 Menschen vor allem Waschmaschinen und Geschirrspüler für das Unternehmen her. Ihre Jobs sind bedroht, weil Electrolux die Kosten angesichts des drastischen Preisverfalls bei Haushaltsgeräten für zu hoch hält.
Am Donnerstag hatten etwa 1200 Mitarbeiter für den Erhalt des Werkes demonstriert. Sie beendeten ihre Schichten früher. Der Oberbürgermeister der fränkischen Stadt, Ulrich Maly (SPD), und der örtliche IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler hatten dabei eine Standort- und Arbeitsplatzgarantie über das Jahr 2010 hinaus gefordert.Wechsler betonte, die Gewerkschaft werde Einschnitten für die Belegschaft nur im Austausch gegen eine Jobgarantie zustimmen. Die IG Metall habe bereits einen eigenen Gutachter beauftragt, der ein Modell zur Kostensenkung erarbeiten solle. (nz)