08. Jun 2005 17:01
Der frühere Internet-Unternehmer Falk musste sich am Mittwoch erstmals seit seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft vor Gericht verantworten. Ein Mitangeklagter wies den Betrugsvorwurf zurück.
Der Betrugsprozess gegen den Alexander Falk ist am Mittwoch vor dem Hamburg Landgericht nach mehrwöchiger Unterbrechung fortgesetzt worden. Die Staatsanwaltschaft wird Falck Betrug im Zusammenhang mit dem Verkauf seiner früheren Firma Ision vor. Er und fünf weitere Angeklagte hätten die Umsätze durch Scheingeschäfte massiv in die Höhe getrieben, um das Unternehmen zu einem überhöhten Preis an den britischen Telekomausrüster Energis zu verkaufen. Am Mittwoch wies ein Mitangeklagter den Vorwurf zurück. „Zu keinem Zeitpunkt wurde ein Betrug besprochen oder geplant“, sagte der 39-Jährige. Er bezog sich dabei auf ein Treffen, auf dem nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Scheingeschäfte ausgeklügelt wurden.
Falk muss sich seit Dezember vergangenen Jahres vor Gericht verantworten. Der Prozess war nach der Entlassung Falks aus der Untersuchungshaft im April wegen der Erkrankung eines Mitangeklagten unterbrochen worden. Neben Betrug wirft die Staatsanwaltschaft Falk auch Steuerhinterziehung und Kursmanipulation vor. Energis hatte für Ision rund 800 Millionen Euro bezahlt und kurz danach Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen verlangt von Falk rund 760 Millionen Euro Schadenersatz. Diese Forderungen werden allerdings nicht zeitgleich mit dem derzeitigen Strafverfahren verhandelt. (nz)