07. Jun 2005 12:02
Trotz Vorwarnung zeigt sich der Betriebsrat überrascht: Der Electrolux-Konzern könnte sein AEG-Werk in Nürnberg dicht machen. Mehr als 1700 Jobs sind bedroht.
Der schwedische Electrolux-Konzern prüft eine Schließung seines AEG-Werks in Nürnberg. Der Aufsichtsrat habe das Management am Dienstag mit der Untersuchung beauftragt, teilte das Unternehmen mit. In Nürnberg fertigen etwa 1750 Mitarbeiter vor allem Waschmaschinen und Geschirrspüler. Der Standort stehe unter hohem Kostendruck, hieß es zur Begründung. So seien die Preise für die Haushaltsmaschinen in den zurückliegenden zwei Jahren um 15 Prozent gefallen. Der Trend dauere an, teilte AEG in Nürnberg weiter mit.Damit sei das Werk nicht mehr wettbewerbsfähig, hieß es. Electrolux hatte bereits Mitte Februar gewarnt, die Hälfte aller Werke des Konzerns sei daher potenziell bedroht. Möglicherweise müssten sie verlagert oder ganz geschlossen werden.
Trotz der Vorwarnung zeigte sich der AEG-Betriebsrat von der Entwicklung überrascht. «Dass es das Stammwerk trifft, damit haben die wenigsten gerechnet», sagte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Rainer Kretzschmer, am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Er halte die Lage für den Nürnberger Standort für bedrohlich. «Wenn so etwas einmal auf dem Tisch liegt, ist es nur noch sehr schwer zu verhindern», sagte Kretzschmer. Die schwedische Konzernmutter strebe aus seiner Sicht mehr Gewinn an, auch wenn die Nürnberger AEG-Produktion schwarze Zahlen schreibe. (nz)