26. Mai 2005 09:43
Nokia kümmert es nicht, wenn im Linux-Kernel konzerneigene Patente verwendet werden. Ein neuer Mini-PC der Finnen nutzt das freie Betriebssystem.
Der finnische Nokia-Konzern hat in einem so genannten Patent Statement klar gestellt, das das Unternehmen nicht gegen mögliche Patentverletzungen im Kernel des freien Betriebssystems Linux vorgehen wird. Neue Funktionen könnten von der Freistellung allerdings nach einer Prüffrist von vier Monaten ausgenommen werden, berichtete der Branchendienst «Heise» am Donnerstag. Die Zusage soll demnach auf für künftige Linux-Kernel gültig sein. Dafür seien Dritte ausgenommen, die selbst Patentansprüche gegenüber Linux geltend machten.Freie Software unter Open-Source-Vereinbarungen fördere Innovation und technischen Fortschritt, begründete Nokia die Freistellung. Linux sei aber gegen Patentansprüche schlecht abgesichert. Daher forderte Nokia andere Unternehmen auf, ähnliche Schritte zu unternehmen. Im vergangenen Jahr hatten Berichte über massive Patentverletzungen durch Linux für Unruhe gesorgt.
Nokia wolle die Open-Source-Bewegung ohnehin «umarmen», sagte Janne Jormalainen, der für Konvergenzprodukte zuständige Konzernmanager, laut «Financial Times» (FT) am Mittwochabend bei der Vorstellung des neuen Nokia 770 Mini-PC in New York. Das Gerät wurde von ihm als «mehr PC als Telefon» bezeichnet. Tatsächlich ist es das erste Produkt Nokias ohne einen Mobilfunkchip, seit die Finnen 1997 aus der Fernsehproduktion ausgestiegen waren. Statt dessen bietet der 770 laut Nokia einen Internetzugang über den Wi-Fi Standard oder über eine Bluetooth-Verbindung zum Handy.Statt des Symbian-Betriebssystems, an dem Nokia beteiligt ist, läuft das 770 unter Linux. Das freie Betriebssystem sei «das beste für diesen Typ von Geräten» ohne Mobilfunkchip, wurde Jormalainen zitiert.