netzeitung.deTicketverkauf in Supermärkten könnte Dauereinrichtung werden

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Bahnticket bei Lidl (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bahnticket bei Lidl
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Nach dem großen Erfolg bei Lidl erwägt die Bahn, dauerhaft Fahrkarten in Supermärkten anzubieten. So billig werden die Tickets aber wohl nicht mehr zu haben sein.

Der Run auf die beim Discounter Lidl angebotenen Fahrkarten hat bei der Bahn zu Überlegungen geführt, dauerhaft Tickets in Supermärkten zu verkaufen. Das sagte Bahn-Vertriebschef Jürgen Büchy der Wochenzeitung «Die Zeit», wie das Blatt am Dienstag vorab berichtete. «Natürlich denken wir über solche Konzepte nach. Wir haben auch schon mit möglichen Partnern gesprochen», sagte Büchy. Konkrete Pläne gebe es aber noch nicht.

«In jedem Fall müssten wir für den Verkauf von Fahrkarten eine spezielle Technik installieren», erläuterte der Manager. «Letztlich ist es dann egal, ob die Fahrkartenagentur in einem Supermarkt sitzt oder woanders.» Fahrkarten, die der Kunde aus dem Regal nimmt wie Butter und Käse, werde es indes nicht geben.

Lidl-Verkauf war einmalig
Am vergangenen Donnerstag hatte die Bahn bei Lidl jeweils zwei Tickets für eine Fahrt innerhalb Deutschlands auf beliebiger Strecke in einem Heftchen für 49,90 Euro angeboten. Innerhalb kürzester Zeit war das Angebot, insgesamt 500.000 der Zweierpakete, ausgekauft. Laut Büchy dauert es üblicherweise «vier bis fünf Tage», so viele Fahrkarten abzusetzen.

Trotzdem werde die Aktion nicht wiederholt, betonte Büchy. Auch Bahnkreise in Berlin ließen erkennen, dass die Karten künftig wohl nicht mehr so billig verkauft würden wie während der Aktion in der vergangenen Woche.

Bahn beobachtet Preise bei Ebay
Viele der Lidl-Fahrscheine waren anschließend in der Internet-Auktionsbörse Ebay angeboten worden. Dabei kristallisierte sich ein Preis pro Einzelticket von ungefähr 60 Euro heraus. Wie Büchy weiter sagte, hat die Bahn aber bisher nicht «ernsthaft überlegt», ob für das Unternehmen auch Ebay ein Vertriebsweg sein könnte. «Aber wenn man sich anschaut, was dort für die Lidl-Tickets geboten wurde, kommt man schon ins Grübeln», ergänzte Büchy.

Bahnkreise in Berlin sagten dazu, die Preisentwicklung im Internet werde sehr sorgfältig beobachtet. Es lasse sich daran ohne großen Aufwand erkennen, was der Markt für Fahrkarten zu zahlen bereit sei. Es sei absehbar, dass künftige Sonderaktionen sich an diesen Preisen orientierten. (nz)