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Landeverbot wird zur Chefsache: 

Erdogan sorgt sich um Tourismus in der Türkei

17. Mai 2005 14:55
Onur Air
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Schröder und Erdogan fordern intensive Bemühungen, um das Flugverbot für Onur Air wieder aufzuheben. Das Berliner Verkehrsministerium stellte aber klar: «Über Sicherheit kann man nicht verhandeln.»

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan haben für intensive Bemühungen zur Aufhebung des Flugverbots der türkischen Fluggesellschaft Onur Air plädiert. Die Behörden beider Länder sollten in Zusammenarbeit mit der Fluggesellschaft sicherstellen, dass die technischen Mängel umgehend beseitigt würden, erklärten die beiden Politiker am Dienstag nach Angaben eines Regierungssprechers.

Schröder und Erdogan trafen sich den Angaben zufolge am Rande des Europaratstreffen in Warschau auf türkische Initiative hin zu einem 20-minütigen Gespräch über die Entwicklung bei Onur Air. Schröder und Erdogan ließen danach verlauten, der Tourismus in der Türkei dürfe keinen Schaden nehmen, sondern sich weiterhin stark und positiv entwickeln können. In der vergangenen Woche war in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz ein Start- und Landeverbot gegen die Charter-Airline verhängt worden.

Deutsch-türkisches Treffen

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Bereits an diesem Dienstag soll ein Treffen zwischen Vertretern des Luftfahrtbundesamtes und der Charter-Airline stattfinden, wie eine Sprecherin der Braunschweiger Behörde mitteilte. Laut Bundesverkehrsministerium soll es bei dem Treffen um Sicherheitsmängel gehen, die zum Entzug der Einflugerlaubnis nach Deutschland geführt hatten. Es handele sich um ein Gespräch, nicht um Verhandlungen. «Über Sicherheit kann man nicht verhandeln», sagte der Sprecher.

Onur Air bezeichnete die Sperren indes als hart und unfair: Der technische Mangel an einem ihrer Airbus 300, der vergangene Woche in Amsterdam entdeckt wurde, rechtfertige dies nicht, erklärte die Fluggesellschaft. Flugaufsichts-Experten aus der Türkei und den Niederlanden hatten am Montag auf dem Amsterdamer Flughafen elf Stunden lang über das am Donnerstag verhängte Flugverbot gesprochen. Die türkischen Gesprächspartner blieben nach dem Treffen bei ihrer Kritik, dass die Entscheidung Den Haags übertrieben sei.

Onur beantragt einstweilige Verfügung

Die niederländische Flugaufsicht hält dagegen die Erklärungen ihrer türkischen Kollegen zur Sicherheit bei Onur Air für unzureichend. «Wir wollen mehr als nur die Zusicherung, dass alles in Ordnung sei», sagte die Chefin der niederländischen Behörde, Helma Nepperus, am Dienstag in einem Interview mit dem niederländischen Rundfunk.

Am Mittwoch sollen niederländische Experten in Istanbul erneut mit ihren türkischen Kollegen zusammentreffen. Dabei soll bis Freitag im einzelnen geprüft werden, wie nach den türkischen Vorschriften in der Praxis Flugzeuge gewartet und kontrolliert werden. Eine solche Überprüfung sei ungewöhnlich, räumte Nepperus ein. Die Niederlande hätten die türkischen Behörden in letzter Zeit aber häufiger auf Mängel im Flugbetrieb mit Onur Air hingewiesen.

Ein Sprecher von Onur Air in Amsterdam bekräftigte in der Radiosendung, dass seine Gesellschaft vor Gericht eine einstweilige Verfügung gegen die niederländische Flugaufsicht beantragen werde. Den Haag habe bisher das zunächst auf einen Monat begrenzte Flugverbot nicht ausreichend begründet. An den Gesprächen der amtlichen Delegationen am Montag habe die Fluglinie nur einige Minuten teilnehmen können, schilderte er.

EU will Sondertreffen

Um die Entwicklung bei Onur Air soll es auch auf einem Sondertreffen gehen, das die EU-Kommission anberaumt hat. Experten aller 25 EU-Staaten sollten so bald wie möglich über das weitere Vorgehen beraten, sagte ein Sprecher der Behörde am Dienstag in Brüssel. Bei dem Treffen sollten die Vertreter der Niederlande, Deutschlands und Frankreichs ihre Gründe für das Aussetzen der Start- und Landeerlaubnis erläutern.

Zwar entscheiden über zeitweilige Flugverbote die nationalen Behörden allein. Der Sprecher der EU-Kommission sagte aber, falls die niederländische Flugaufsicht bei der Sitzung schwerwiegende Mängel darlege, könnte die Kommission die anderen EU-Staaten zu einem strengeren Vorgehen gegenüber Onur Air auffordern. Dies wäre aber nicht bindend. (nz)

 
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