03. Mai 2005 12:30, ergänzt 12:48
Obwohl die gemeinsamen Tiefdruckereien von Bertelsmann und Springer künftig die Hälfte des Heimatmarktes besetzen, erwartet EU-Wettbewerbskommissarin Kroes keine höheren Preise. Die Unternehmen dürfen sechs Betriebe zusammenlegen.
genehmigt. Auflagen seien nicht gemacht worden, teilte die Behörde am Dienstag in Brüssel mit. Die Entscheidung hatte sich zuletzt abgezeichnet, obwohl die Kommission noch im Dezember Anzeichen für mögliche Wettbewerbshindernisse ausgemacht und daher eine vertiefte Prüfung eingeleitet hatte.Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sagte, das vereinte Unternehmen werde zwar fast 50 Prozent des deutschen Tiefdruckmarktes auf sich vereinen. Mit Preiserhöhungen sei aber nicht zu rechnen, da die Konkurrenz Kapazitäten erweitern könne. Damit ist der Weg für den größten Branchenbetrieb Europas frei.
Die Medienkonzerne wollen ihre fünf Druckereibetriebe in Deutschland, in denen vor allem Kataloge und Magazine hergestellt werden, zusammenlegen. Auch das in Bau befindliche neue Werk der Bertelsmann-Druck- und Dienstleistungstochter Arvato in England soll in das Gemeinschaftsunternehmen eingebracht werden. Zudem fließen auch die Tiefdruckereien der Bertelsmann-Zeitschriftentochter Gruner + Jahr (G+J) in das Joint Venture ein.Die Beteiligten rechnen durch Einsparungen im Zuge der Fusion mit mehr Wettbewerbsfähigkeit. Das Bundeskartellamt wird das Geschäft nicht gesondert prüfen, nachdem Brüssel die Genehmigung an sich gezogen hatte.
Der Springer-Konzern wird mit 25,1 Prozent am gemeinsamen Unternehmen beteiligt sein. Die beiden Bertelsmann-Töchter teilen den Rest unter sich auf. Die Verträge waren bereits im Dezember 2004 unterzeichnet worden.Wie Bertelsmann am Dienstag ergänzend in Gütersloh mitteilte, wird Arvato-Chef Stephan Krauss die Geschäfte des neuen Joint Ventures leiten. Der 43-Jährige war bereits zuvor Geschäftsführer der Maul-Belser-Druckerei in Nürnberg gewesen, die mit in das Gemeinschaftsunternehmen eingebracht wird. (nz)