Springer spielt mit ProSieben in «anderer Liga»
19.04.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Springer will demnach seinen derzeitigen Anteil an der Münchener TV-Kette von knapp zwölf Prozent zusammen mit einem US-Großaktionär auf mehr als 50 Prozent aufstocken. So wollen Springer und der US-Investor Hellmann & Friedmann jeweils 25,1 Prozent der Anteile erwerben. «Springer muss den Aktionären in diesem Fall kein Übernahmeangebot vorlegen, weil die 30 Prozent-Schwelle nicht überschritten wird», sagte Wölfle weiter. Dies sei für Springer einfacher und kostengünstiger. Nach Expertenschätzungen liegt der Kaufpreis bei rund 1,3 Milliarden Euro.
Zudem gebe es mit Bertelsmann und RTL bereits einen vergleichbaren Zusammenschluss«, betonte der Analyst. Die RTL-Gruppe, die mehrheitlich zu Bertelsmann gehört, ist der größte europäische Fernsehkonzern und Marktführer im deutschen Privatfernsehen. Daneben besitzt Bertelsmann auch die Zeitschriftengruppe Gruner + Jahr.
Eine Übernahme der Senderkette würde dem Verlagshaus einige Vorteile bringen: «Springer steigt dadurch in eine ganz andere Liga auf», so Wölfle. Zwar ist der Konzern börsennotiert, doch die Börsenumsätze seien eher gering. Das werde sich ändern. «Der Verlag reduziert mit einem Einstieg ins Fernseh-Geschäft seine Abhängigkeit vom Print-Markt».
Auch ausländische Konzerne interessieren sich für ProSiebenSat.1, darunter das US-Unternehmen General Electric oder der Medienmogul Rupert Murdoch. Doch «Springer ist für ProSiebenSat1 ein willkommener Partner», sagt Wölfle weiter. Ein Einstieg eines deutschen Unternehmen sei viel problemloser.
Für das Web ediert von Michaela Duhr

