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Springer spielt mit ProSieben in «anderer Liga»

19. Apr 2005 14:51
Springer-Chef Mathias Döpfner und ProSiebenSat.1-Eigner Haim Saban
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Der Springer-Verlag würde durch ein Übernahme von ProSiebenSat.1 «in eine völlig andere Liga» aufsteigen. Die Abhängigkeit vom Print-Markt könnte zudem verringert werden, sagte Medienanalyst Woelfle der Netzeitung.

Die Spekulationen um eine Übernahme der Sendergruppe ProSiebenSat.1 durch den Axel-Springer-Verlag verdichten sich zunehmend: «Entweder steht tatsächlich in Kürze eine Entscheidung an oder die Gespräche sind mittlerweile sehr konkret», sagte Medienanalyst Harald Wölfle von der BW-Bank der Netzeitung am Dienstag. Mehreren Medienberichten zufolge haben sich der Verlag und ProSiebenSat.1-Mehrheitsaktionär Haim Saban bereits grundsätzlich geeinigt.

Springer will demnach seinen derzeitigen Anteil an der Münchener TV-Kette von knapp zwölf Prozent zusammen mit einem US-Großaktionär auf mehr als 50 Prozent aufstocken. So wollen Springer und der US-Investor Hellmann & Friedmann jeweils 25,1 Prozent der Anteile erwerben. «Springer muss den Aktionären in diesem Fall kein Übernahmeangebot vorlegen, weil die 30 Prozent-Schwelle nicht überschritten wird», sagte Wölfle weiter. Dies sei für Springer einfacher und kostengünstiger. Nach Expertenschätzungen liegt der Kaufpreis bei rund 1,3 Milliarden Euro.

Keine grundsätzliche Ablehnung

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Zwar würde das größte deutsche Presse-Unternehmen mit diesem Deal zur Nummer Eins im Privatfernseh-Geschäft aufsteigen, dennoch geht Wölfle davon aus, dass die Kartellbehörden der Übernahme zustimmen werden: «Ich rechne nicht damit, dass das Bundeskartellamt die Transaktion vollständig ablehnen wird. Aber es könnten Auflagen gemacht werden». Springer sei bislang nicht im TV-Geschäft tätig, so dass es zu keinen Überschneidungen komme.

Zudem gebe es mit Bertelsmann und RTL bereits einen vergleichbaren Zusammenschluss«, betonte der Analyst. Die RTL-Gruppe, die mehrheitlich zu Bertelsmann gehört, ist der größte europäische Fernsehkonzern und Marktführer im deutschen Privatfernsehen. Daneben besitzt Bertelsmann auch die Zeitschriftengruppe Gruner + Jahr.

Eine Übernahme der Senderkette würde dem Verlagshaus einige Vorteile bringen: «Springer steigt dadurch in eine ganz andere Liga auf», so Wölfle. Zwar ist der Konzern börsennotiert, doch die Börsenumsätze seien eher gering. Das werde sich ändern. «Der Verlag reduziert mit einem Einstieg ins Fernseh-Geschäft seine Abhängigkeit vom Print-Markt».

Weitere Einnahmealternativen

Allerdings sei das private Fernsehgeschäft in Deutschland schwierig, sagte der Analyst weiter. «Doch mit dem jüngsten Einstieg bei Euvia schafft sich die Senderkette weitere Einnahmealternativen.» Traditionell finanzieren sich die Privatfernsehsender über Werbeeinnahmen.

Auch ausländische Konzerne interessieren sich für ProSiebenSat.1, darunter das US-Unternehmen General Electric oder der Medienmogul Rupert Murdoch. Doch «Springer ist für ProSiebenSat1 ein willkommener Partner», sagt Wölfle weiter. Ein Einstieg eines deutschen Unternehmen sei viel problemloser.

 
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