05.04.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder
Foto: Bitkom
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Für den Branchenverband Bitkom geht im Internet die «Zeit der Kostenlos-Kultur» zu Ende. Laut Geschäftsführer Rohleder übersteigt der Umsatz mit Downloads bald mehr als ein Milliarde Euro.
Der Branchenverband Bitkom erwartet für das laufende Jahr starkes Wachstum bei den Umsätzen mit Downloads aus dem Internet. Für 2005 sei ein Zuwachs um 137 Prozent auf 484 Millionen Euro zu rechnen, teilte Bitkom am Dienstag in Berlin mit. Im vergangenen Jahr habe es ein Plus von 105 Prozent gegeben. Damit beschleunige sich das Wachstum «auf sehr hohem Niveau», teilte der Verband mit und berief sich auf eine aktuelle Studie des European Information Technology Observatory (Eito).
Demnach wird das rasante Wachstum andauern: Mit online verfügbarer Musik, Spielen, Videos, Texten und Bilder würden bereits in zwei Jahren deutlich mehr als eine Milliarde Euro umgesetzt, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder vorher. Darin seien die Verkäufe reiner Software sowie geschäftlicher Inhalte gar nicht berücksichtigt. «Die Bereitschaft, im Internet Geld auszugeben, ist in der Privathaushalten deutlich gestiegen», sagte er. «Die Zeit der Kostenlos-Kultur geht zu Ende», gab er sich überzeugt.
Texte und Bilder treiben Markt voranZugleich steige die «Qualität der Angebote», sagte Rohleder weiter. Die Umsatzhoffnungen fußten nicht nur auf der angenommenen höheren Bereitschaft, für Online-Inhalte zu bezahlen, sondern auch auf der steigenden Verbreitung von Breitband-Zugängen ins Internet. So würden bereits jetzt 187 Millionen Euro mit Online-Videos erwirtschaftet, was Breitbandzugänge «überhaupt erst ermöglichen».
Größter Markttreiber werde nach Bitkom-Einschätzung indes Text- und Bildinformationen aus dem Internet sein. Hier würden sich die Umsätze von erwarteten 156 Millionen Euro im laufenden Jahr auf ein Milliarde Euro im Jahr 2008 vergrößern, prognostizierte der Verband. Das entspricht mehr als einem Drittel der Summe, die deutsche Endkunden der Prognose zufolge in drei Jahren im Internet ausgeben werden.
Musik wird klassisch gekauftDagegen sei der Markt für Online-Musik mit einem aktuellen Volumen von 34 Millionen Euro «augenblicklich noch verhältnismäßig klein», hieß es weiter. Auch hier werde ein erhebliches Plus auf 420 Millionen Euro im Jahr 2008 erwartet. In die gleiche Größenordnung sollen die Umsätze mit Online-Spielen anwachsen und sich dann auf 495 Millionen Euro summieren.
In beiden Segmenten würden die Offline-Inhalte, also die Verkäufe von CDs, CD-Roms und DVDs, aber «weiterhin klar dominieren». So werden laut Eito-Schätzung in diesem Jahr im klassischen Musikgeschäft 1,54 Milliarden Euro umgesetzt. (nz)