EnBW rechnet mit steigenden Strompreisen
Die Liberalisierung und der damit einhergehende Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt haben sich nach Ansicht von Claasen schon «preismindernd» ausgewirkt. «Nur der Anteil staatlich induzierter Kosten hat sich erhöht», betonte er. Wenn man diese Lasten herausrechne, seien die Strompreise im Vergleich zum Jahr 1998 für die Haushalte und die Industrie gesunken. «Der Liberalisierungsfortschritt ist durch die staatlichen Eingriffe aufgefressen worden», ist er überzeugt.
Eine EU-Richtlinie sah vor, dass die Behörde schon zum 1. Juli 2004 hätte aufgestellt sein müssen. Die Kommission hat Deutschland und acht weiteren EU-Ländern deshalb ein Ultimatum gestellt. Sollte das Gesetz nicht binnen zwei Monaten verabschiedet sein, will die EU gegen die Länder klagen.
In den kommenden zehn Jahren will EnBW-Chzef Claassen «im Milliardenbereich» in die Stromnetze investieren. Die Summe hänge aber von den Anreizen ab, die das Energiewirtschaftsgesetz den Stromkonzernen gebe, sagte er. Mit dem Gesetz und dem neuen Regulierer sollen die so genannten Netznutzungsentgelte kontrolliert werden, um mehr Wettbewerb auf dem Strommarkt zu ermöglichen. Die Rendite die mit den Entgelten erwirtschaftet wird, darf dabei laut Gesetzentwurf 6,5 Prozent nicht übersteigen. Die Gebühren werden fällig, wenn ein Energiekonzern Strom durch das Netz eines Konkurrenten leitet. (nz)
