14. Mrz 2005 14:41
Mindestens drei Jahre dürfe bei Swiss kein Mitarbeiter des Bodenpersonals eingespart werden, fordert die Gewerkschaft. Experten erwarten indes Zustimmung für die Übernahme durch die Lufthansa.
steht. Noch vor Ende dieses Monats müsse ein neuer Gesamtarbeitsvertrag ausgehandelt werden, forderte die Gewerkschaft Groundstaff Aviation Technics and Administration (Gata) am Montag. Eine entsprechende Resolution hätten etwa 200 Mitarbeiter von Swiss am Firmensitz Basel unterzeichnet, hieß es.Der GAV für das Bodenpersonal läuft Ende März aus. Die Gewerkschaft hatte Verhandlungen über ein Neufassung Mitte Februar abgebrochen. Das Unternehmen fordert laute Gata, dass bei einem Lohnstopp die 43-Stundenwoche eingeführt wird. Auch solle die Belegschaft auf zwei Urlaubstage verzichten. Gegen die geforderte Verschlechterung der Arbeitsbedingungen habe die Gewerkschaft ein Postkartenaktion gestartet, hieß es weiter.
Experten erwarten unterdessen, dass der Übernahmeversuch der Lufthansa nicht auf Gegenwehr seitens der Großaktionäre stoßen wird. «Wir gehen davon aus, dass die Übernahme über die Bühne gehen wird», schrieb etwa Analyst Patrik Schwendimann von der Zürcher Kantonalbank (ZKB) in einem Kurzkommentar vom Montag. Bereits in der vergangenen Woche hatten sich Experten in diese Richtung geäußert, zumal Swiss allein nicht überlebensfähig sei.Das spiegelte sich am Mittwoch auch an den Aktienmärkten wider: Die Swiss-Aktie gewann zeitweise mehr als sieben Prozent. Auch Lufthansa legten spürbar zu und stiegen um mehr als ein Prozent. Die Aktie setzte sich damit an die Spitze der deutschen Standardwerte.
Analyst Schwendimann begründete seinen Optimismus damit, dass die Großaktionäre froh seien, wenn sie nicht noch einmal Geld in die schweizerische Fluggesellschaft pumpen müssen. Nach Medienberichten solle sie im Zuge der Übernahme nur eine geringe Zahlung erhalten. Die Lufthansa hatte am Wochenende gleichzeitig mit dem Übernahmeversuch angekündigt, die Swiss-Großaktionäre am Montag informieren zu wollen.Schwendimann rechnete zudem vor, dass das von der Airline bereits abgegebene Kaufangebot an die freien Swiss-Aktionäre die Voraussetzungen des schweizerischen Aktienrechts erfülle. So liege der Preis um ein Viertel über dem Durchschnittskurs der zurückliegenden zwölf Monate und betrage insgesamt mehr als der aktuelle Börsenwert des Unternehmens. Die Lufthansa werde statt des Buchwerts von 16 Franken (10,31 Euro) aber höchstens 10,40 Franken bieten, schrieb Schwendimann. (nz)