Gewinn von Merck bricht wegen Vioxx-Rücknahme um ein Fünftel ein
25.01.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Das Ergebnis lag damit sowohl im Rahmen der Konzernprognose als auch der Analystenschätzungen: Merck hatte zuvor einen Gewinn je Aktie zwischen 48 und 53 Cent in Aussicht gestellt, die Experten hatten im Schnitt auf einen Wert von 56 Cent getippt. Obwohl die Rücknahme von Vioxx Merck nach eigenen Angaben bis zu 750 Millionen Dollar an Umsatz gekostet hat, stiegen die Verkäufe stärker als erwartet: Mit 5,75 Milliarden Dollar lagen sie um zwei Prozent über dem Vorjahresniveau von 5,6 Milliarden Dollar. Analysten hatten zudem nur einen Umsatz von 5,3 Milliarden Dollar erwartet.
Zugleich wurden ersten Sammelklagen eingereicht. Auch andere Medikamente, deren Wirkung auf den so genannten Cox-2-Hemmern beruht, gerieten in der Folge in Verdacht, darunter das Mittel Celebrex des Merck-Konkurrenten Pfizer. Laut einer neuen Schätzung der US-Gesundheitsbehörde FDA könnte Vioxx allein in den USA für 140.000 Herzkranke verantwortlich sein.
Konzernchef Raymond Gilmartin sagte, sein Unternehmen werde die Vioxx-Rücknahme hinter sich lassen. Für das laufende Jahr stellte er einen Gewinn je Aktie zwischen 2,42 und 2,52 Dollar in Aussicht. Das liegt im Rahmen der Analystenerwartungen. Allein im ersten Quartal werde der Gewinn je Aktie 54 bis 58 Cent betragen, prognostizierte Gilmartin. Nachdem mit Vioxx ein Hauptumsatzbringer weggefallen sei, setzen Merck jetzt auf den Cholesterinsenker Zocor und das Präparat Fosamax, das gegen Osteoporose verabreicht wird. (nz)

