FDA: 140.000 Herzkranke durch Vioxx in USA
24.01.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Das Rheuma-Medikament Vioxx hat laut einer Studie bis zu 140.000 US-Amerikaner herzkrank gemacht. Die US-Gesundheitsbehörde warnte aber auch vor der Einnahme anderer Wirkstoffe.
Nach einer Studie der US-Gesundheitsbehörde FDA sind durch das Medikament Vioxx der Pharmafirma Merck in den USA 88.000 bis 140.000 Menschen herzkrank geworden. Die Studie, die am Dienstag in der Online-Ausgabe des Fachjournals «Lancet» veröffentlicht wurde, stützt sich auf Daten von 1,4 Millionen Kaliforniern, die zwischen 1999 und September 2004 Vioxx oder einen vergleichbaren so genannten Cox-2-Hemmer gegen rheumatoide Arthritis und Schmerzen verschrieben bekommen hatten.
Auch andere Wirkstoffe im BlickDer Untersuchung nach erhöhte Vioxx die Gefahr eines Herzleidens um über ein Drittel im Vergleich zu anderen Cox-2-Hemmern. Im Vergleich zum Pfizer-Medikament Celebrex, einer häufig verschriebenen Alternative, lag das Risiko durch eine Standarddosis Vioxx 1,6 Mal höher. Aber auch andere, noch weitaus üblichere Wirkstoffe gegen Entzündungsschmerzen wie Naproxen, sollten nur mit Vorsicht eingenommen werden, warnen die Autoren der Studie.
Naproxen, das in vielen Nachahmer-Medikamenten enthalten ist, birgt nach Erkenntnis der Behörde ein um 14 Prozent erhöhtes Risiko, ein Problem mit Herz und Kreislauf zu bekommen. Von den 1,4 Millionen erfassten Kaliforniern, die von 1999 bis 2004 ihre Schmerzen medikamentös bekämpft hatten, griffen knapp eine Million zu Ibuprofen, 435.000 zu Naproxen, 40.000 zu Celebrex und 27.000 zu Vioxx.
Das US-Pharmaunternehmen Merck hatte Vioxx im September freiwillig aus dem Handel gezogen. In einer Langzeitstudie war zuvor eine Verdoppelung von Herzinfarkten und Schlaganfällen nachgewiesen worden. (nz)