Vioxx für mehr Tote verantwortlich gemacht
03.01.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Im November hatte der Experte vor einem Ausschuss des US-Parlaments noch eine Zahl von 28.000 Geschädigten durch das 1999 zugelassen und im September 2004 vom Hersteller Merck & Co. vom Markt genommene Medikament genannt. Als Grund hatte Merck neue Studie angeführt, deren Ergebnisse auf einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Vioxx und Herzinfarkten und Schlaganfällen hindeute.
Graham erneuerte in der «FT» sein Kritik an seinem Arbeitgeber. Die FDA habe ihm lediglich erlaubt, seine gesammelten Daten unter seinem eigenen Namen und unter Berufung auf seine eigene Fachkenntnis zu publizieren und eine Veröffentlichung der ursprünglichen Schätzung in «The Lancet» untersagt. Die Behörde habe ihm zudem gedroht, ihm zu kündigen. Dabei sei die Publikation in einer wissenschaftlichen Zeitschrift und der so ermöglichte Austausch mit anderen Fachleuten «der geeignete Platz», um die Risiken der verdächtigten Cox-2-Hemmer zu klären, betonte Graham.
Zugleich könnte der Streit zwischen Graham und der FDA weitere Kritiker der Behörde auf den Plan rufen. Sie war unter anderem deshalb angegriffen worden, weil die Abteilung für die Überwachung zugelassener Präparate zugunsten der Abteilung für die Zulassung neuer Medikamente geschwächt worden sei. Graham hatte vor dem Senat zudem gesagt, in ihrer gegenwärtigen Form sei die Behörde nicht in der Lage, die US-Bevölkerung vor weiteren Fällen wie Vioxx zu schützen. (nz)

