Burda übernimmt Milchstraße
23.12.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Der Münchener Burda-Verlag hat seine Kaufoption ausgeübt und den Konkurrenten Milchstraße übernommen. «Focus»-Chef Markwort wird für die eingegliederten Bereiche verantwortlich sein.
Der Münchner Medienkonzern Burda übernimmt wie bereits spekuliert die Hamburger Verlagsgruppe Milchstraße. Unter dem Dach von Burda solle die Verlagsgruppe «in eine starke und sichere Zukunft» geführt werden, sagte Verleger Hubert Burda am Donnerstag in München. «Die Zeitschriften ergänzen das Portfolio von Hubert Burda Media optimal.» Zu Milchstraße gehören die Zeitschriften wie «TV Spielfilm», «Amica» oder «Max».
Über den Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Einwände der Kartellbehörden erwartet der Verlag nicht.
Markwort will analysierenKünftig wird Burda-Vorstand und «Focus»-Chefredakteur Helmut Markwort für Milchstraße zuständig sein. Er will die Gruppe auf den Prüfstand stellen. Gemeinsam mit Burda-Vorstand Paul-Bernhard Kallen werde Markwort «analysieren, welche strategischen Ausrichtungen für ein stabiles und zukunftsweisendes Geschäft der Milchstraßen-Titel notwendig sind», hieß es.
Stellenabbau erwartetNach einem Medienbericht gehört es zu den neuen Plänen, den Milchstraßen-Titel «Tomorrow» einem Münchner Burda-Joint-Venture mit dem Vogel-Verlag anzugliedern, zu dem auch die Computerzeitung «Chip» gehört. Des weiteren würden «etliche der 490 Jobs» bei Milchstrasse wegfallen, da Burda die Buchführung am Firmensitz in Offenburg konzentrieren wolle, hieß es weiter.
Die Verlagsgruppe Milchstraße erzielte im vergangenen Jahr rund 160 Millionen Euro Umsatz. Nach Burda-Angaben erreicht sie mit ihren Titeln rund zehn Millionen Leser. Angefangen hatte das Unternehmen mit einem spektakulären Erfolg des Hamburger Verlegers Dirk Manthey, der 1975 im Alter von 21 Jahren die Filmzeitschrift «Cinema» herausbrachte - später die größte in Europa. Im Zuge der Medienkrise büßte die Gruppe deutlich ein. (nz)