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MLP-Vorstand soll Bilanzen gefälscht haben

17. Dez 2004 12:29, ergänzt 13:21
Bernhard Termühlen
Der frühere MLP-Chef Termühlen und ein weiterer Manager des Finanzdienstleisters müssen sich wegen angeblich falscher Umsatzzahlen verantworten. Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat Anklage erhoben.

Der frühere Vorstandschef von MLP , Bernhard Termühlen, muss sich zusammen mit einem weiteren Konzernmanager wegen des Verdachts auf Bilanzfälschung verantworten. Die Staatsanwaltschaft Mannheim habe Anklage erhoben, sagte eine Sprecherin der Behörde am Freitag. Ihnen werde die unrichtige Darstellung der wirtschaftlichen Verhältnisse von Kapitalgesellschaften und Beihilfe dazu vorgeworfen. Der ehemalige kaufmännische Leiter muss sich zudem wegen mutmaßlichen Insiderhandels verteidigen.

Einen Termin für die Verhandlung nannte die Sprecherin zunächst nicht. Auch zur Höhe des möglichen Schadens äußerte sie sich nicht. Die Anklagebehörde habe ihre Ermittlungen auf Grund einer Strafanzeige bereits im Jahr 2000 Ermittlungen aufgenommen, ergänzte sie.

Erträge angeblich zu früh verbucht

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Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten laut Sprecherin vor, die Geschäftsabschlüsse der Konzerntöchter MLP Lebensversicherung AG und MLP Finanzdienstleistungen AG für das Geschäftsjahr 2001 bewusst falsch ausgestellt zu haben. Damit hätten sie die Ertragslage besser erscheinen lassen als sie tatsächlich war.

So seien verkaufte Forderungen sowie Rückversicherungsprovisionen als Gewinne ausgewiesen worden, während gegenüberstehende Rückzahlungsverpflichtungen nicht in der Bilanz berücksichtigt worden seien.

Aktionäre unrichtig informiert

Zudem bestehe der Verdacht, dass im Rahmen der Halbjahresberichterstattung der Konzern-Dachgesellschaft für 2002 Erträge aus der in der zweiten Jahreshälfte erfolgten Verkäufen an die Uniqua-Gruppe bereits im ersten Halbjahr verbucht worden seien, sagte die Sprecherin weiter.

Auf der Hauptversammlung im Mai 2002, die über eine Kapitalerhöhung befinden musste, seien zudem unrichtige Angaben gemacht worden. Im Vorstandbericht sei wahrheitswidrig behauptet worden, insbesondere die Lebensversicherungstochter habe im Jahr 2001 beim Überschuss die Planungen übertroffen, sagte die Sprecherin weiter.

Konzern weist Vorwürfe zurück

MLP bezeichnete die von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfe als nicht zutreffend. Das Unternehmen habe sie von mehreren Sachverständigen prüfen lassen, teilte der Konzern auf seiner Internet-Seite mit. «Die Sachverständigen kommen in drei Gutachten ohne Ausnahme zu dem Ergebnis, dass die von der Staatsanwaltschaft Mannheim erhobenen Vorwürfe der unrichtigen Bilanzdarstellung unbegründet udn dei Bilanzen von MLP sachgerecht sind», hieß es.

Darüber hinaus wollte sich das Unternehmen unter Verweis auf eine «möglichst unbeeinflusste Beurteilung des Sachverhalts durch das Landgericht Mannheim» nicht äußern. (nz)

 
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