netzeitung.deBahn plant massiven Personalabbau

 Herausgeber: netzeitung.de

Die Deutsche Bahn will im kommenden Jahr nochmals deutlich Stellen abbauen. Allein im Personenverkehr sollen einem Medienbericht zufolge 3600 Stellen gestrichen werden.

Die schwache Ertragslage der Deutschen Bahn zwingt den Konzern zu weiteren drastischen Sparmaßnahmen. Der Konzern plant einem Agenturbericht vom Dienstag zufolge im kommenden Jahr, weitere 9000 Stellen abzubauen.

Auf Anfrage der Netzeitung wollte die Bahn die Spekulationen nicht kommentieren. «Personalanpassung ist für uns kein Unternehmensziel», sagte ein Sprecher. «Deshalb kommentieren wir solche Zahlen grundsätzlich nicht.» Dem Bericht der Agentur zufolge, die sich auf Unternehmenskreise beruft, wird der Personenverkehr mit 3600 Stellen die Hauptlast des Abbaus tragen. Darüber hinaus würden bei den Zugbegleitern 300 Stellen abgebaut, 500 in den Reisezentren und 1700 bei Güterverkehrssparte Railion. Informierte Kreise bezeichneten die Zahlen gegenüber der Netzeitung als «nicht unwahrscheinlich».

Neues Sparprogramm geplant
Ganz überraschend kommt der Schritt der Bahn nicht. Bahn-Chef Hartmut Mehdorn hatte erst vor wenigen Wochen eingestanden, dass die Bahn die bisherigen Prognosen zur Entwicklung der Ergebnisse nicht erreichen kann. Intern wird bereits an einem neuen Sparprogramm gearbeitet. Details dazu sind aber bisher noch nicht bekannt geworden.

Der Konzern soll zudem komplett umgebaut werden: Die fünf Tochter-Gesellschaften, die sich als Aktiengesellschaften mit eigenen Vorständen und Aufsichtsräten bislang um den Nahverkehr, die Fernzüge, die Gütertransporte, die Bahnhöfe und das Schienennetz kümmern, sollen demnach zu drei Bereichen zusammengefasst und näher an die Berliner Konzernzentrale angegliedert werden.

«Es ist ein völlig falsches Signal, im Service zu sparen», sagte ein Sprecher der Bahn-Gewerkschaft Transnet der Netzeitung. «Wir brauchen jetzt den Beschäftigungs-Sicherungspakt», betonte er. Die Bahn hatte sich Ende November mit den Gewerkschaften Transnet und GBDA auf Eckpunkte eines Beschäftigungs-Sicherungspakt geeinigt. Die Bahn will demnach bis 2010 auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Im Gegenzug sollen die Arbeitskosten um 5,5 Prozent gesenkt werden. (nz)