netzeitung.deGroßverlage werden Post-Konkurrent

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Die Verlage Springer und Holzbrinck übernehmen einem Zeitungsbericht zufolge die Mehrheit des Postdienstleisters Pin AG. Die Verträge sollen bereits vergangene Woche unterzeichnet worden sein.

Der Postdienstleister Pin AG wird mehrheitlich von den Verlagen Springer
und Holzbrinck übernommen. Das berichtete die «Financial Times Deutschland» am Donnerstag. Beteiligte sagten der Zeitung, die Kaufverträge seien bereits in der vergangenen Woche unterzeichnet worden. Bei Springer stehe jedoch noch das Votum des Aufsichtsrates aus.

Dem Bericht zufolge haben beide Verlage 30 Prozent der Anteile erworben. Später solle die Beteiligungen auf 75 Prozent aufgestockt werden. Mit ihrem Einstieg in das Briefgeschäft wollen die beiden Verlage der Deutschen Post

Konkurrenz machen.

Seit langem wird von Seiten der Verlage überlegt, wie sie das voraussichtliche Ende des Briefmonopols 2007 für sich nutzen können. Die Post war bereits durch das Verteilen von Prospektbeilagen in Wettbewerb mit den Verlagen getreten. Mit dem Einstieg in das Briefgeschäft holen die Verlage nun zum Gegenschlag aus.

Verhandlungen mit EP gescheitert
Nach Medienberichten waren bereits Gespräche der Verlage mit dem Post-Konkurrenten EP Europost geführt worden. Da Europost den Verlagen aber eine operative Mitsprache verweigerte, waren die Verhandlungen um einen möglichen Einstieg gescheitert. Weder Springer und Holzbrinck noch der Europost-Gesellschafter TPG äußerten sich offiziell dazu.

Die Pin AG verteilt in Berlin, Leipzig und Köln vor allem Behördenpost. Der Umsatz des Unternehmens betrug laut «FTD» im vergangenen Jahr 23,5 Millionen Euro. Seit 2003 arbeite das Unternehmen profitabel. Der Postdienstleister solle jetzt von den Verlagen zum bundesweiten Dienstleister ausgebaut werden.

Ein Einstieg bei EP Europost wäre für die Verlage jedoch vorteilhafter gewesen, hieß es in der Zeitung. Als Joint Venture der niederländische Post TPG und des Paketdienstes Hermes könne Europost auf das flächendeckende Zustellnetz beider Partner zugreifen. Ein bundesweiter Einstieg in das Briefgeschäft wäre so vergleichsweise schnell möglich, hieß es weiter. (nz)