Vodafone sieht große Chancen im Musiktausch
29.11.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Vodafone sieht im Tauschen von Musikdateien über Handys großes Umsatzpotenzial. Die Technik sei schon in Handys vorhanden, so der Musikchef des Unternehmens. Noch hapert es aber bei der Benutzerfreundlichkeit.
Der Mobilfunkanbieter Vodafone sieht ein großes Umsatzpotenzial im Musiktauschgeschäft. «Das Tauschen von Musikdateien wird einen wichtigen Teil unserer Einnahmen ausmachen», sagte Vodafone-Musikchef Edward Kershaw der «Financial Times Deutschland» (FTD), wie die Zeitung am Montag berichtete. «Die Nutzer sind bereits heute daran gewöhnt, SMS und Bilder untereinander zu tauschen. Musik ist eine natürliche Erweiterung dieses Gedankens.»
«Erst muss die Technik perfekt funktionieren»Die notwendige Technik für legalen Musiktausch sei schon jetzt in Telefonen und im Mobilfunknetz vorhanden, erläuterte Kershaw. «Wir sind noch in einer sehr frühen Phase, so ein Dienst braucht natürlich mehr als nur die Technik.» Mit den derzeit angebotenen UMTS-Modellen könne bereits gekaufte Musik an andere Nutzer weitergegeben werden, so der Vodafone-Musikchef. Die Geräte stellten sicher, dass der Empfänger die Musik auch bezahlt.
Diese Möglichkeit sei allerdings noch nicht besonders nutzerfreundlich und werde von Vodafone nicht beworben. «Erst muss die Technik perfekt funktionieren, dann müssen sich Mobilfunkkunden daran gewöhnen, dass es möglich ist, Musik aufs Handy herunterzuladen», sagte Kershaw. Danach werde Vodafone die Möglichkeit zum Musiktausch «sicherlich nicht kurzfristig, aber hoffentlich doch mittelfristig» auch vermarkten.
Einheitlicher Standard wichtigLaut «FTD» hat sich Vodafone als erster Netzbetreiber jetzt auf die Verwendung des Kopierschutz-Standards OMA DRM 1.0 festgelegt. Auf dieses Verfahren habe sich der Mobilfunkverband Open Mobile Alliance verständigt. Aktuelle multimediafähige Handys unterstützten dieses Verfahren bereits, so die Zeitung. Der Hamburger Softwarehersteller Coremedia solle Vodafone UMTS-Netz mit der notwendigen Software ausstatten.
Ein branchenweit beachteter Standard gilt als wichtige Voraussetzung dafür, dass sich die Umsatzpläne der beteiligten Unternehmen überhaupt realisieren lassen. «Idealerweise sollte man sich beim Versenden von Musik nicht darum kümmern müssen, was für ein Handy der Empfänger hat und über welches Netz er telefoniert», sagte Kershaw. Außerdem muss festgelegt werden, wie das Geld verteilt wird, wenn die Datei etwa von einem Vodafone-Handy auf ein T-Mobile-Gerät geschickt wird. (nz)