netzeitung.deUnabhängige Labels klagen gegen SonyBMG

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Kleine Plattenfirmen streben eine Klage gegen die Genehmigung der EU-Kommission für die Fusion der Majors Sony und BMG an. Sie gefährde den Wettbewerb.

Die kleinen europäischen Plattenfirmen wollen gerichtlich gegen die Fusion der Branchengrößen Sony Music und Bertelsmann Music Group (BMG) vorgehen. Die Klage sei «für die langfristige Gesundheit der gesamten Musikindustrie» und aller Beteiligten unerlässlich, sagte Alison Wenham, die Vizepräsidentin des Verbandes Impala, am Mittwoch in London. Impala vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von rund 2000 kleineren Plattenfirmen.

Die EU-Kommission hatte sich im Juli den US-Wettbewerbsbehörden angeschlossen und die Fusion ohne Auflagen genehmigt. Das Joint Venture des Bertelsmann-Konzerns mit dem japanischen Elektronikhersteller Sony hatte daraufhin im August die Arbeit aufgenommen. Unklar blieb zunächst, wann die Klage eingereicht werden soll. Eine Entscheidung vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) kann sich über mehrere Jahre hinziehen.

Angst vor Duopol
Die «Gefahr eines Duopols» – also der Beherrschung des Marktes durch zwei große Firmen – sei so real, dass kein Unternehmen sie ignorieren könne, sagte Impala-Vize Wenham weiter. Die unabhängigen Labels hätten von der EU eine bessere Behandlung verdient.

Hein van der Ree, europäischer Manager der unabhängigen Plattenfirma Epitaph, sagte, die Beherrschung des europäischen Marktes durch einige große Unternehmen wirke wie «Cholesterin in den Arterien des Marktes» – ihm drohe also Verstopfung. Van der Ree verwies darauf, dass die Majors derzeit «schwach» seien, sich von Mitarbeitern ebenso trennten wie von Künstlern «und Geld verlieren». Die unabhängigen Labels seien hingegen «stark», aber nur so lange ihnen Zugang zu einem offenen Markt gewährt werde, argumentierte er. (nz)