Verkauf im Internet ist «kein Massengeschäft»
25.10.2004
Herausgeber: netzeitung.de
«Der Computer ist für den privaten Verbraucher in erster Linien ein Kommunikations- und Unterhaltungsmedium und nur gelegentlich eine Informations- oder Einkaufsbörse», fasste Institutsleiter Horst Opaschowski die Ergebnisse der Studie zusammen. Sie beruht den Angaben zufolge auf einer repräsentativen Umfrage unter 3000 Menschen in Deutschland, die älter als 14 Jahre sind.
Im Internet gebe es «mehr Gucker als Besucher», sagte Opaschowski weiter. «Einkaufen per Mausklick ist kein Massengeschäft», stellte er fest. Nur knapp ein Viertel der Bevölkerung habe schon einmal im Internet eingekauft. 88 Prozent fänden hingegen an einem Einkaufbummel mehr Gefallen. Das Internet habe für den Erlebniskonsum «noch wenig zu bieten», schlussfolgert das Institut. Daher hätten auch 70 Prozent der Befragten noch nie ein Online-Shopping- oder E-Commerce-Angebot genutzt. Die Internetrevolution sei «bei den meisten Verbrauchern nicht angekommen», hieß es weiter.
Für diejenigen, die das Internet regelmäßig nutzen, ist es zudem ein Unterhaltungs- und weniger ein Informationsmedium. Die fleißigsten Surfer findet sich dem Institut zufolge unter den unter 34-Jährigen, die zu 73 Prozent im Netz sind. In der Altergruppe über 55 Jahre sind es hingegen nur 18 Prozent. Insgesamt werde in diesem Jahr mehr als jeder zweite Deutsche gar nicht im Internet gewesen sein, hieß es weiter.
Auch finde ein von einigen Medienwissenschaftler erwarteter Verdrängungswettbewerb des Internets insbesondere mit dem Fernsehen nicht statt, heißt es in der Studie weiter. «Das Fernsehen hat nichts von seiner Attraktivität verloren», sagte Institutsleiter Opaschowski. «Die TV-Einschaltquoten bleiben stabil, und die neuen Medien kommen zusätzlich hinzu.» Das gelte auch für die Nutzung anderer traditioneller Medien wie Radio oder Zeitung: «Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung hält an ihren alten Gewohnheiten fest», heißt es in der Studie. (nz)

