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Verkauf im Internet ist «kein Massengeschäft»

25. Okt 2004 16:18
Die meisten Deutschen sitzen nur einmal im Jahr zu Hause vor dem PC – oder sogar noch weniger. Internetnutzer suchen einer Studie zufolge vor allem Unterhaltung im Netz.

Obwohl mehr als 60 Prozent der deutschen Haushalte über einen PC verfügen, machen nur 13 Prozent der Bundesbürger täglich davon Gebrauch. Das geht aus dem Freizeit-Monitor 2004 hervor, den das BAT Freizeit-Forschungsinstitut am Montag in Hamburg veröffentlichte. Mit 53 Prozent gebe die Mehrheit der Bevölkerung sogar zu, den Computer zu Hause einmal im Jahr, noch seltener oder überhaupt nicht zu nutzen.

«Der Computer ist für den privaten Verbraucher in erster Linien ein Kommunikations- und Unterhaltungsmedium und nur gelegentlich eine Informations- oder Einkaufsbörse», fasste Institutsleiter Horst Opaschowski die Ergebnisse der Studie zusammen. Sie beruht den Angaben zufolge auf einer repräsentativen Umfrage unter 3000 Menschen in Deutschland, die älter als 14 Jahre sind.

Im Internet gebe es «mehr Gucker als Besucher», sagte Opaschowski weiter. «Einkaufen per Mausklick ist kein Massengeschäft», stellte er fest. Nur knapp ein Viertel der Bevölkerung habe schon einmal im Internet eingekauft. 88 Prozent fänden hingegen an einem Einkaufbummel mehr Gefallen. Das Internet habe für den Erlebniskonsum «noch wenig zu bieten», schlussfolgert das Institut. Daher hätten auch 70 Prozent der Befragten noch nie ein Online-Shopping- oder E-Commerce-Angebot genutzt. Die Internetrevolution sei «bei den meisten Verbrauchern nicht angekommen», hieß es weiter.

«Digitale Spaltung»

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Die befürchtete «digitale Spaltung» der Gesellschaft – in Nutzer und Nicht-Nutzer des Internets – spiegelt sich auch im Nutzerverhalten wider: Wie das Forschungsinstitut weiter mitteilte, machen nur sechs Prozent der Hauptschulabsolventen vom Homebanking als digitalem Dienst zumindest einmal in der Woche Gebrauch. Unter Abiturienten liege der Anteil mit 26 Prozent mehr als viermal so hoch. «Die digitale Spaltung ist vor allem ein Bildungsproblem und weniger eine Frage des Netzanschlusses oder der technischen Fähigkeiten», kommentierte Opaschowski. «Mit dem Internet-Zugang lassen sich Bildungsmängel, also Defizite in Schule und Ausbildung, nicht ausgleichen.»

Für diejenigen, die das Internet regelmäßig nutzen, ist es zudem ein Unterhaltungs- und weniger ein Informationsmedium. Die fleißigsten Surfer findet sich dem Institut zufolge unter den unter 34-Jährigen, die zu 73 Prozent im Netz sind. In der Altergruppe über 55 Jahre sind es hingegen nur 18 Prozent. Insgesamt werde in diesem Jahr mehr als jeder zweite Deutsche gar nicht im Internet gewesen sein, hieß es weiter.

«Zeitfalle» Internet

Ein Grund für die nur zögerliche Nutzung des Internets liege nicht nur am fehlenden Geld für neue Technologien, sondern auch an fehlender Zeit: Wie es weiter hieß, spart intensive Multimedia-Nutzung keineswegs Zeit, sondern wirke als «Zeitfalle» und vereinnahme so die Zeitressourcen der Verbraucher. Daher sei der Sport nach Feierabend, das Fahrradfahren oder das Ausgehen mit Freunden bei den meisten weitaus beliebter als das Zuhause-Bleiben allein vor dem PC.

Auch finde ein von einigen Medienwissenschaftler erwarteter Verdrängungswettbewerb des Internets insbesondere mit dem Fernsehen nicht statt, heißt es in der Studie weiter. «Das Fernsehen hat nichts von seiner Attraktivität verloren», sagte Institutsleiter Opaschowski. «Die TV-Einschaltquoten bleiben stabil, und die neuen Medien kommen zusätzlich hinzu.» Das gelte auch für die Nutzung anderer traditioneller Medien wie Radio oder Zeitung: «Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung hält an ihren alten Gewohnheiten fest», heißt es in der Studie. (nz)

 
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