netzeitung.deMerck weist Vorwürfe bei Vioxx-Skandal zurück

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Merck-Chef Gilmartin hat alle Fehler mit Blick auf das Debakel um das Schmerzmittel Vioxx zurückgewiesen. Personelle Konsequenzen werde es nicht geben, kündigte er an.

Der US-Pharmakonzern Merck wird die durch das Schmerzmittel Vioxx ausgelöste Krise verkraften. Das sagte Unternehmenschef Raymond Gilmartin der «Welt», wie die Zeitung am Dienstag berichtete. Merck werde auch ohne Vioxx stark bleiben, zeigte er sich zuversichtlich. «Die Dividende werden wir sicherlich nicht senken müssen», beruhigte Gilmartin die Investoren. Vioxx wurde Ende September vom Markt genommen. Das Unternehmen hatte in Langzeitstudien Risiken für Herzpatienten durch das Präparat entdeckt.

Zu den finanziellen Belastungen aufgrund von Schadenersatzforderungen wollte er sich nicht äußern: «Darüber kann ich nicht spekulieren. Das liegt noch völlig im Dunkeln», sagte Gilmartin. Der Konzernchef wies zudem alle Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Debakel um das Medikament zurück: Der Aufsichtsrat habe deutlich gemacht, dass er weder in der Arbeit des Managements noch der Forschungsabteilungen irgendwelche Fehler entdecken konnte. Gilmartin erteilte gleichfalls dem Ruf nach personellen Konsequenzen eine klare Absage: «Es gibt keine Veränderungen», sagte er. Er selbst werde bis 2006 bleiben, solange sein Vertrag läuft. Dann werde er in den Ruhestand treten.

Keine Fusionsabsichten
Auch nach der Rücknahme von Vioxx schließt Merck Fusionen aus: Große Fusionen brächten nichts, wenn es darum gehe, die Forschungspalette zu erweitern, argumentierte er. «Das bringt auch nichts für unser langfristiges Wachstum.» Wie bereits in der Vergangenheit werde Merck auch in Zukunft viel in die Forschung investieren. Außerdem habe das Unternehmen eine Reihe interessanter Abschlüsse getätigt und sei Kooperationen mit jungen Biotech-Unternehmen eingegangen. An dieser Strategie werde Merck auch nach der Rücknahme von Vioxx festhalten.

Die Rücknahme des Medikaments führt bei Merck zu großen finanziellen Einbußen: Vioxx brachte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund zwei Milliarden Dollar allein in den USA, weltweit kamen weitere 500 Millionen Dollar hinzu. Eine im September veröffentlichten Studie unanhängigen zufolge hätten in den USA schätzungsweise 27.800 Todesfälle verhindert werden könne, wenn die Patienten statt Vioxx andere Medikamente eingenommen hätten. bereits nach der RÜcknahme von des Medikaments hatten Verbraucheranwälte Sammelklagen gegen Merck angekündigt. (nz)