Merck weist Vorwürfe bei Vioxx-Skandal zurück
19.10.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Zu den finanziellen Belastungen aufgrund von Schadenersatzforderungen wollte er sich nicht äußern: «Darüber kann ich nicht spekulieren. Das liegt noch völlig im Dunkeln», sagte Gilmartin. Der Konzernchef wies zudem alle Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Debakel um das Medikament zurück: Der Aufsichtsrat habe deutlich gemacht, dass er weder in der Arbeit des Managements noch der Forschungsabteilungen irgendwelche Fehler entdecken konnte. Gilmartin erteilte gleichfalls dem Ruf nach personellen Konsequenzen eine klare Absage: «Es gibt keine Veränderungen», sagte er. Er selbst werde bis 2006 bleiben, solange sein Vertrag läuft. Dann werde er in den Ruhestand treten.
Die Rücknahme des Medikaments führt bei Merck zu großen finanziellen Einbußen: Vioxx brachte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund zwei Milliarden Dollar allein in den USA, weltweit kamen weitere 500 Millionen Dollar hinzu. Eine im September veröffentlichten Studie unanhängigen zufolge hätten in den USA schätzungsweise 27.800 Todesfälle verhindert werden könne, wenn die Patienten statt Vioxx andere Medikamente eingenommen hätten. bereits nach der RÜcknahme von des Medikaments hatten Verbraucheranwälte Sammelklagen gegen Merck angekündigt. (nz)

