15.10.2004
Herausgeber: netzeitung.de
GM-Europachef Carl-Peter Forster (links) und Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz bei der gemeinsamen Pressekonferenz
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Über die Zahl der bei Opel von Streichung bedrohten Stellen ist offenbar das letzte Wort noch nicht gesprochen, wie Aufsichtsratschef Forster andeutete. Der Betriebsratschef warnte die Belegschaft indes vor Illusionen.
Der Aufsichtsratschef von Opel, Carl-Peter Forster, hat die vom Betriebsrat kolpierte Zahl der geplanten Stellenstreichungen bei der deutschen General-Motors-Tochter bestätigt. Bei der Zahl von 10.000 bedrohten Arbeitsplätzen bei Opel «handelt es sich aber nicht um ein Dogma», sagte Forster, der zugleich stellvertretender GM-Europachef ist, am Freitag nach einer Sondersitzung des Aufsichtsrates in Rüsselsheim. Forster sprach von einem «vorläufigen Maßnahmenplan».
Wie es weiter hieß, treten Unternehmensleitung und Betriebsräte in eine intensive Phase der gemeinsamen Diskussion, wie der am Donnerstag vorgestellte Sanierungsplan umgesetzt werden könnte. «Wir sind an gemeinsamen Lösungen interessiert», betonte Forster. Zu den Arbeitsniederlegungen im Opel-Werk Bochum sagte er: «Ich halte Streiks für nicht förderlich. Lösungen sind förderlich.» Bei Opel in Bochum stehen die Bänder seit Donnerstagnachmittag still.
«Ohne Stellenstreichung wird es nicht gehen» Der Vorsitzende des Opel-Gesamtbetriebsrates, Klaus Franz, sagte, der Abbau von 10.000 Stellen sei für die Arbeitnehmervertreter «nicht akzeptierbar». Franz warnte aber vor Illusionen der Beschäftigten: Ohne die Streichung von Arbeitsplätzen werde es wohl nicht gehen. Der Betriebsrat wolle die Zahl der Betroffenen allerdings so gering wie möglich halten.
Franz kündigte an, dass der Stellenabbau als Gesamtpaket verhandelt werde. Gespräche an den einzelnen Standorten werde es nicht geben, betonte er. General Motors will in Europa mindestens 12.000 Stellen streichen. Die Hauptlast muss wohl Opel tragen. (nz)