Siemens ringt Mitarbeitern Gehaltseinbußen ab
06.10.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Die Drohung von Siemens, die Produktion ins Ausland zu verlegen, hat erneut Wirkung gezeigt: Für den Erhalt ihrer Jobs verzichten die Mitarbeiter im baden-württembergischen Bruchsal auf fast drei Prozent ihres Einkommens.
Siemens hat sich mit der Industriegewerkschaft IG Metall auf eine Beschäftigungssicherung für das Werk Bruchsal bis zum Jahr 2007 geeinigt. Im Gegenzug wird der Monatslohn für die 1100 Mitarbeiter für drei Jahre um 2,86 Prozent gekürzt. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in München mit. Siemens
hatte gedroht, bundesweit mehr als 5000 Arbeitsplätze ins Ausland zu verlegen, sollten die Personalkosten nicht gesenkt werden.
35-Stunden-Woche bleibt Den Angaben zufolge bleibt die 35-Stunden-Woche im baden-württembergischen Bruchsal bestehen. Allerdings werde die Tariferhöhung im kommenden Jahr nicht durchgeführt, hieß es weiter. Der Konzern und die Gewerkschaft vereinbarten zudem eine Kürzung des Weihnachts- und Urlaubsgeldes.
Bruchsal ist nunmehr der dritte Standort, für welchen eine Einigung erzielt wurde. An drei weiteren Standorten wird derzeit noch verhandelt. An zwei nordrhein-westfälischen Standorten wurde im Juni eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden ohne Lohnausgleich beschlossen. (nz)