Springer-Manager hält Zeitungen wegen des Internets für «verzichtbar»
22.09.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Springer habe bereits mit der «Welt kompakt» im kleinen Tabloid-Format auf das veränderte Verhalten der Mediennutzer im Internetzeitalter reagiert, sagte Probst weiter. Das nachrichtlich orientierte Blatt zum günstigen Preis bringe den «mobilen Leser» binnen einer Viertelstunde auf den neuesten Stand. Zeitungsmacher müssten sich angesichts sinkender Auflagenzahlen fragen, ob sie alles richtig machten. Denn im Zeitalter der Mobilität bleibe den Lesern immer weniger Zeit für eine gründliche Lektüre, argumentierte er.
Laut «Welt kompakt»-Chefredakteur Jan Eric Peters hofft Springer, dass «Welt» und «Welt kompakt» zusammen die Auflage um ein Zehntel steigern können. Analysen hätten gezeigt, dass die Hälfte der Käufer zwischen 18 und 25 Jahre alt sind. Springer hoffe auch darauf, mit dem Tabloid eine Kundengruppe zu erreichen, für die der Verlag bislang problematisch gewesen sei, nämlich Studenten.
Gefahr durch andere neue Angebote im Tabloid-Format sieht Peters nicht. Der Holtzbrinck-Verlag hatte Mitte September in Frankfurt am Main mit «News» eine eigene kleinformatige Zeitung gestartet, deren Inhalt unter anderem auf dem «Handelsblatt» beruht. Der Kölner Verlag M. DuMont Schauberg hatte in dieser Woche angekündigt, auch er arbeite an einem Tabloid. (nz)

