Nachrichtenagentur ddp stellt Insolvenzantrag
08.09.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Noch am Mittwoch könnte ein vorläufiger Insolvenzverwalter für die Nachrichtenagentur ddp bestimmt werden. Die Suche des Unternehmens nach neuen Finanzquellen war vergeblich.
Die Nachrichtenagentur ddp hat beim Amtsgericht in Berlin-Charlottenburg einen Insolvenzantrag gestellt. Das bestätigte eine Sprecherin der Behörde der Netzeitung. Die zuständige Richterin hat am Mittwoch Christian Köhler-Ma von der Berliner Kanzlei Leonhardt & Partner als vorläufigen Insolvenzverwalter benannt, der das vorhandene Vermögen sichern soll. Bei ddp gab es auf Anfrage zunächst keine Stellungnahme.
Nachwehen der Kirch-ZeitDas Unternehmen war aus dem 1971 gegründeten Deutschen Depeschen-Dienst hervorgegangen und 1999 zum Medienkonzern von Leo Kirch gekommen. Dort gehörte es zeitweise zur Fernsehsparte, der im M-Dax geführten ProSiebenSat.1 Media AG
. Im September vergangenen Jahres schließlich hatte Geschäftsführer Lutz Schumacher ddp zusammen mit Kollegen im Zuge eines so genannten Management-Buy-Out (MBO) erworben.
Zuletzt hatte es Medienberichte gegeben, denen zufolge der Wiener Bauunternehmer Hanno Soravia der angeschlagenen Nachrichtenagentur mit einem Millionenkredit unter die Arme greifen musste, obwohl Schumacher bereits im Zuge des MBO ein Darlehen von ProSiebenSat.1 erhalten habe. ddp beschäftigte zuletzt gut 150 sowie etwa 200 freie Mitarbeiter. (nz)