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Siemens sieht kein Ende des Handy-Preisverfalls

02. Aug 2004 16:13
Siemens erwartet einen weiteren Rückgang der Handy-Preise. Der Konzern setzt künftig auf neue Modelle, die Festnetzfunktionen übernehmen können.

Der Technologie-Konzern Siemens erwartet in diesem Jahr einen Preisrückgang bei Mobiltelefonen von zehn bis 15 Prozent. Das sagte Lothar Pauly, künftig für die Konzernsparte Kommunikation zuständiger Vorstand, am Montag in London. Die bisherige Entwicklung, nach der Preise insgesamt jährlich um zehn bis 15 Prozent fielen, werde andauern, sagte er.

Entgegen anders lautender Marktspekulationen will Siemens das Geschäft mit Mobiltelefonen nicht verkaufen oder in ein Gemeinschaftsunternehmen einbringen. Es gebe keine derartigen Pläne, sagte Pauly. Der Konzern hatte hingegen angekündigt, in China ein erstes Joint Venture in der Handy-Fertigung unter dem Namen Siemens Communication Networks Beijing (SCNB)zu gründen. Das korrespondiert nach Angaben des Unternehmens mit der angekündigten Zusammenlegung der Mobilfunksparte ICM mit der Netzwerksparte ICN zum 1. Oktober. Pauly werde dann neuer Vorstand für diese Sparte, hieß es weiter.

Neue Modelle sollen Wachstum bescheren

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Zusätzliches Wachstum in der Kommunikationssparte soll Siemens das Zusammengehen von Mobilfunk und Festnetz bescheren. «Wir rechnen damit, dass dieses Marktsegment in den kommenden Monaten kräftig wachsen und im Jahr 2006 bereits 20 Prozent des Handy-Marktes ausmachen wird», sagte Pauly. Telefone, die neben Mobilkommunikation auch den einfachen Zugriff auf E-Mails wie am Computer bieten, würden immer beliebter.

Wie Pauly weiter sagte, will Siemens zudem übergreifende Lösungen entwickeln, «die alle Arten von Kommunikation, sei es mit PC, PDA, einem Handy oder einem Funkmodul, nahtlos zusammenarbeiten lassen, als handle es sich um ein gemeinsames Netz».

Siemens fällt am Weltmarkt zurück

Siemens verkaufte im abgelaufenen Quartal nach eigenen Angaben 10,4 Millionen Mobiltelefone. Im Vorjahresquartal hatte der Absatz bei 8,1 Millionen Geräten gelegen. Dennoch habe der «intensive Wettbewerb» laut Konzern-Chef Heinrich von Pierer «zu einem geringeren Durchschnittspreis der Mobiltelefone» geführt, was zu einem Quartalsverlust bei der Handy-Fertigung von 88 Millionen Euro beigetragen habe. Siemens hatte Marktanteile im Handy-Markt verloren. Im globalen Ranking steht der Konzern gemeinsam mit Sony-Ericson erst an vierter Stelle nach Nokia, Motorola und Samsung. (nz)

 
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