13.07.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Wegen höherer Werbeausgaben unter anderem der Discounter verzeichnen Tageszeitungen wieder höhere Einnahmen aus dem Anzeigengeschäft. Online wurde im ersten Halbjahr indes weniger geworben als vor einem Jahr.
Die Bruttowerbeinvestitionen in Deutschland sind im ersten Halbjahr 2004 auf 530 Millionen Euro gestiegen. Das ist ein Plus von 6,5 Prozent im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2003, wie das Marktforschungsinstitut Nielsen Media Research am Dienstag in Hamburg mitteilte. Das Wachstum werde dabei getragen durch «weniger Großunternehmen beziehungsweise Großunternehmen», sagte der Nielsen-Geschäftsführer Ludger Vornhausen. «Telekommunikation, Finanzen und vor allem preisaggressive Handelsorganisationen bauen ihre Werbeinvestitionen weiter aus», sagte er. Viele Markenartikler hielten sich hingegen nach wie vor zurück.
Mit 3,7 Milliarden Euro habe dabei das Fernsehen unter den klassischen Medien erneut die meisten Werbeumsätze verzeichnet, teilte Nielsen weiter mit. Im Vergleich zur ersten Vorjahreshälfte seien sie damit um 4,4 Prozent gestiegen. Mit einem Werbeumsatz von 2,2 Milliarden Euro seien Zeitungen der zweitwichtigste Werbeträger gewesen, hieß es weiter. Damit hätten die Zeitungen ein Plus von 12,4 Prozent verbucht. Nielsen betonte indes, dass die so genannten Rubrikenanzeigen, also Kleinanzeigen wie etwa Stellen- oder Autoinserate, in die Berechnungen nicht einfließen.
Rückgang bei Online-WerbungNielsen verzeichnete zudem einen Anstieg der Bruttowerbeumsätze bei Publikumszeitschriften um 5,1 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Fachzeitschriften büßten hingegen im Jahresvergleich 0,7 Prozent auf 213 Millionen Euro Umsatz ein. Die Radiosender erlösten den Angaben zufolge 473 Millionen Euro aus Werbung. Das ist ein Plus von 6,5 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2003. Der Wert der Plakatwerbung habe sich zugleich um 5,4 Prozent auf 285 Millionen Euro erhöht, hieß es weiter.
Bei den getrennt erfassten Werbeausgaben in Online-Medien hat sich nach Angaben von Nielsen der «positive Trend des Werbemarktes noch nicht gefestigt». Obwohl im Juli ein Anstieg der Bruttowerbeerlöse um 2,2 Prozent gemessen worden sei, lägen die Gesamtausgaben im ersten Halbjahr um 2,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Insgesamt erlösten Online-Medien den Angaben zufolge von Januar bis Juni 138 Millionen Euro aus dem Verkauf von Werbung.
Autobranche hat Nase weiter vornNach Branchen geordnet stammten die meisten Anzeigen im ersten Halbjahr Nielsen zufolge aus der Autoindustrie. Der Wirtschaftszweig habe mit 849 Millionen Euro allerdings 0,9 Prozent weniger in Werbung investiert als im Vorjahreszeitraum. Der stärksten Zuwachs hätten hingegen die Werbeausgaben der Handelsorganisationen verzeichnet: Sie legten um 14,2 Prozent zu und lagen mit insgesamt 829 Millionen Euro nur noch knapp hinter der führenden Autobranche. Nielsen verwies darauf, dass unter den zehn am stärksten beworbenen Produkten vier aus den Discountern Aldi, Lidl, Penny und Plus und zwei weitere aus den zum Metro-Konzern
gehörenden technischen Kaufhäusern Media Markt und Saturn stammten.
Die Finanzbranche habe ihre Werbeaufwendungen um rund ein Drittel auf 285 Millionen Euro erhöht, teilte Nielsen weiter mit. Die Telekommunikationsbranche gab demnach im ersten Halbjahr insgesamt 73 Millionen Euro mehr für Werbung aus als im Vorjahreszeitraum. Die Werbeausgaben für Bier erhöhten sich den Angaben zufolge um gut ein Viertel auf 39 Millionen Euro. Ein Einbruch um ein Zehntel auf knapp 39 Millionen Euro sei hingegen bei den Werbeausgaben der Pharmabranche verzeichnet worden, hieß es weiter. (nz)