12. Jul 2004 16:33, ergänzt 16:35
DaimlerChrysler hat sich die Einigung bei Siemens zum Vorbild genommen. Mercedes-Chef Hubbert droht mit einer Verlagerung des Standortes, sollte die Gewerkschaft bei den geplanten Kostensenkungen nicht einlenken.
hat im Streit um Kosteneinsparungen am Werk in Sindelfingen offen mit einer Verlagerung des Standortes gedroht. Die Produktion der neuen C-Klasse werde von Sindelfingen nach Bremen und Südafrika verlagert, falls keine Einigung mit dem Betriebsrat erreicht wird, sagte Mercedes-Pkw-Chef Jürgen Hubbert am Montag in Stuttgart. Der Konzern plant, pro Jahr 500 Millionen Euro einzusparen. Personalvorstand Günther Fleig ergänzte, wenn es zu diesen Einsparungen nicht komme, «dann wäre die Alternative, das wir uns von 6000 Mitarbeitern verabschieden müssten». Von den Einsparungen sei abhängig, wo die neue C-Klasse von Mercedes gebaut werde.
Sollte es keine Einigung mit dem Betriebsrat geben, dann werde die C-Klasse-Produktion in Bremen auf 1200 Fahrzeuge täglich und in Südafrika auf 300 aufgestockt, so Fleig. In Sindelfingen würde die C-Klasse dann nicht mehr produziert. Gegenwärtig werden in Bremen rund 700 bis 750 C-Klasse-Wagen hergestellt.Nach Ansicht von DaimlerChrysler gibt es im Vergleich der Werke in Deutschland ein «drastisches Nord-Süd-Gefälle». Sindelfingen soll an die Rahmenbedingungen vom Standort Bremen angeglichen werden. In Bremen gibt es demnach weniger Feiertage, und im Tarifvertrag sind die Spätschichtzulage und die Pausen anders geregelt. (nz)