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Viacom legt Viva und MTV zusammen

24. Jun 2004 08:46, ergänzt 16:46
Nach der Mehrheitsübernahme bei Viva durch Viacom wird der Musiksender mit MTV verschmolzen. Den Zuschauern soll dadurch mehr Abwechslung geboten werden - und neue Sender.

Der US-Medienkonzern Viacom hat sich die Mehrheit an der Viva Media AG gesichert. Wie das Unternehmen am Donnerstag in Köln mitteilte, wurde ein Vertrag mit mehreren Großaktionären über den Erwerb von 75,8 Prozent an Viva unterzeichnet. Das Unternehmen betreibt neben dem gleichnamigen Musiksender die TV-Produktionsgesellschaft Brainpool, die unter anderem Sendungen von Stefan Raab oder Anke Engelke herstellt.

Auch Viva-Gründer Dieter Gorny habe die Übertragung seiner Anteile an Viacom zugestimmt, hieß es weiter. Unter den Großaktionären fänden sich auch die US-Unternehmen Time Warner und Universal Music. Sie hatten Anfang des Jahres mit der Ankündigung, sich vom Viva-Anteil trennen zu wollen, Spekulationen um eine Übernahme des Unternehmens losgetreten. Den verbliebenen Kleinaktionären werde Viacom für ihre Anteile ein Angebot über 12,65 Euro je Stück unterbreiten, hieß es weiter.

Deutsche Musiksender verschmelzen

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Die Übernahme stehe noch unter Vorbehalt einer kartell- und medienrechtlichen Genehmigung, teilte Viacom weiter mit. Das Kartellamt ließ verlauten, entscheidend sei bei der Genehmigung, «wie man den relevanten Markt abgenzt».

Sollte sie genehmigt werden, werde der Sender in den zum Konzern gehörenden Konkurrenzkanal MTV integriert, teilte Viacom mit. Zudem erwerbe Viacom von Time Warner den Anteil am Sender Viva Plus.

Weitere Kanäle möglich

MTV-Europe-Geschäftsführerin Catherine Mühlemann sagte, beide konkurrierenden Sender würde so von der Übernahme profitieren. Sie versprach den Zuschauern zugleich eine größere Vielfalt beim Musik-Angebot. Im Sender n-tv ergänzte sie, die Marke MTV bleibe erhalten. Die Zukunft der beiden anderen Marken sei hingegen noch offen. Die beiden Standorte der Unternehmen in Köln und Berlin blieben erhalten, sicherte sie zu.

Zudem werde es «neben MTV und Viva neue weitere Kanäle» geben. Dazu «werden wir Mitarbeiter brauchen, um diese neuen Felder abzudecken». Das Unternehmen werde sie künftig gemeinsam mit Viva-Gründer Gorny leiten, sagte Mühlemann weiter. Sie sei «sehr froh, dass wir nicht mehr Konkurrenten, sondern Partner sind».

Nächster Sender in ausländischer Hand

Viva ist nach der Sendergruppe ProSiebenSat.1 Media AG der nächste deutsche TV-Sender, der in ausländische Hand übergeht. Vor der Mehrheitsübernahme von ProSiebenSat.1 durch den US-Unternehmen Haim Saban hatten sich lange Jahre die heimische Kirch-Gruppe und der Bertelsmann-Konzern mit den RTL-Sendern den deutschen Fernsehmarkt kontrolliert.

Viacom setzt offenbar große Hoffnungen auf das Deutschlandgeschäft. Der Co-President des Konzerns, Tom Freston, bezeichnete den Viva-Kauf in Frankfurt am Main als «bedeutenden strategischen Vorstoß». Durch ihn werde «unsere Position in Deutschland nachhaltig ausgebaut», sagte Freston. Als größtem Werbemarkt in Europa komme Deutschland eine Schlüsselrolle zu. (nz)

 
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