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Yahoo startet neue Suchmaschine in China

22. Jun 2004 12:59
Das US-Internetportal Yahoo will seinen Anteil am weltweit zweitgrößten Online-Markt ausbauen. Am Dienstag startete der neue Webindex Yisou im Reich der Mitte. Das Aussehen ähnelt stark dem Konkurrenten Google.

Der US-Internetdienst Yahoo hat mit Yisou - im Englischen One Search - eine eigene chinesische Internet-Suchmaschine gestartet. Das berichtete die «Financial Times» (FT) am Dienstag. Mit dem Start der Suchmaschine antwortete Yahoo auf den Rivalen Google, der am vergangenen Freitag den Einstieg in die chinesische Suchmaschine Baidu.com bekannt gegeben hatte.

Bei Aufbau und Gestaltung der Seite orientiere sich Yahoo stark am Konkurrenten, berichtete das Blatt weiter. Das Profil der Suchmaschine sei ursprünglich von Google entwickelt worden. Google habe sich zu der Ähnlichkeit der beiden Sites bisher nicht geäußert.

Google und Baidu.com gelten laut «FT» als Marktführer im expandierenden Reich der Mitte. Fast die Hälfte aller 80 Millionen chinesischer Internet–Nutzer würden Google-Suchmaschinen und Internet-Dienste in Anspruch nehmen. Ausgehend von seiner Markposition plane Google Minderheitsbeteiligungen an kleinen Providern, schrieb die «FT» weiter.

Yahoo will Marktführer werden

Mehr in der Netzeitung:
Diese Pläne wolle Yahoo nun zum Scheitern bringen, hieß es in der «FT». Bereits im letzten Jahr hatte Yahoo für 120 Millionen Dollar eine chinesische Suchmaschine übernommen. «Die Etablierung eines Suchindex zeigt, wie stark sich Yahoo in China positioniert», sagte Zhou Hongyi, der Leiter von Yahoo in China, der «FT». Mit dem Webindex, der internationaler ausgerichtet sei als Baidu.com und besser am lokalen Markt orientiert sei als Google, hoffe das Unternehmen, in den kommenden «ein bis zwei Jahren» Marktführer in China zu werden, sagte Zhou weiter.

Yisou werde sich auf reine Suchfunktionen beschränken, berichtete das Blatt weiter. Gesponserte Links seien nicht vorgesehen. «Wir haben keine Pläne, Yisou zu kommerzialisieren», sagte David Lu, Sprecher von Yahoo Nordasien der «FT». Mit dieser Entscheidung werde sich Yahoo einen weiteren Vorteil zu verschaffen, um die Nutzer von der Effektivität der Suche über Yisou zu überzeugen. Diskrete Hinweise auf Yahoos wichtigste China-Portale wie Sohu.com oder Sina.com fehlten jedoch nicht, schrieb «FT» weiter.

Internet- Zensur in China wird schärfer

Mehr im Internet:
Unterdessen verschärft die chinesische Regierung die virtuelle Zensur weiter. Erst am Montag war bekannt geworden, dass das Regime Internet-Service-Provider zur Unterzeichnung eines so genannten «Paktes zur Selbstdisziplin» nötigen wolle. Websites wie die chinesische Ausgabe von Google waren wegen der Veröffentlichung unliebsamer Inhalte bereits mehrfach gesperrt worden. (nz)
 
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