Der Streit zwischen Roy Disney und Micheal Eisner, dem Vorstandschef des Disney-Konzerns, geht in eine neue Runde: Der Neffe des Firmengründers Walt Disney stellte am Mittwoch vor einem Kanzleigericht in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware den Antrag, interne Papiere des Verwaltungsrats veröffentlichen zu dürfen. Aus ihnen gehe hervor, dass einzelne Mitglieder des Verwaltungsrats die Aktionäre bei der Bewilligung der Gehälter von Eisner und weiteren Managern getäuscht habe. Roy Disney war selbst jahrelang Mitglied des Verwaltungsrats des Konzerns und ist daher im Besitz der fraglichen Dokumente. Er hält noch immer ein großes Aktienpaket des Unterhaltungsunternehmens. Im vergangenen Jahr hatte sich Disney als letzten Mitglied der Familie von Firmengründer Walt im Streit mit Vorstandschef Eisner aus der Unternehmensführung zurückgezogen. Er wirbt seit geraumer Zeit dafür, Eisner seines Amts zu entheben. Roy Disney will Dokumente veröffentlichen
Der Disney-Verwaltungsrat habe die Aktionäre über die Höhe der Managergehälter getäuscht, sagte David Robbins, Rechtsanwalt von Roy Disney, bei einer Anhörung vor dem Gericht in Wilmington. Das würden die internen Firmenpapiere beweisen. Robbins rechnet mit einer Entscheidung des Gerichts «innerhalb eines Monats». Eisner erhält Bonuszahlungen
Der Disney-Konzern wandte dagegen ein, dass eine Offenlegung der Dokumente der konzerneigenen Politik der Verschwiegenheit widersprechen würde. Diese sei 2003 von Roy Disney selbst auf den Weg gebracht. Eisners Gehalt als Chief Executive Officer (CEO) des Entertainment-Konzerns lag 2002 und 2003 unverändert bei einer Million Dollar. Dazu addieren sich jedoch noch Bonuszahlungen von fünf Millionen Dollar in 2002 und 6,25 Millionen Dollar in 2003. (nz)
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