Weiterer Interessent um «Daily Telegraph»
22.05.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Neben dem Springer-Verlag will offenbar auch Virgin-Gründer Branson den britischen «Daily Telegraph» kaufen. Gespräche über ein gemeinsames Gebot führten laut einem Pressebericht allerdings zu keinem Ergebnis.
Im Bieterwettstreit um die konservative britische Tageszeitung «Daily Telegraph» gibt es laut einem Pressebericht einen weiteren Interessenten. Der Gründer der Virgin-Gruppe, Richard Branson, habe mit dem Axel Springer Verlag
über einen gemeinsamen Einstieg bei dem Blatt verhandelt, berichtete der «Spiegel» am Samstag vorab unter Berufung auf Verhandlungskreise.
Branson wollte sich demnach dem Springer-Angebot anschließen und 51 Prozent an der Londoner Zeitung übernehmen. Springer sei jedoch selbst an der Mehrheit interessiert, sodass die Parteien bisher keinen gemeinsamen Weg gefunden hätten.
Branson auf PartnersucheOffen sei nun, ob Branson sich mit einem anderen Bieter zusammenschließt, schreibt das Blatt weiter. Eine Zeitung würde Bransons Virgin-Gruppe abrunden. Bisher gehören unter anderem Plattenläden, ein Mobilfunkanbieter und zwei Fluggesellschaften zu dem Imperium des Multimilliardärs.
Springer hat laut Medienberichten bereits ein vom Aufsichtsrat abgesegnetes Angebot für den «Daily Telegraph» abgegeben und gehört im Rennen um die Zeitung zu den Favoriten. Der Verlag bietet 550 Millionen Pfund (rund 740 Millionen Euro) für die auflagenstärkste Zeitung Großbritanniens.
Kein Kommentar von SpringerSpringer-Chef Matthias Döpfner hatte in den vergangenen Wochen wiederholt gesagt, der Verlag prüfe größere und kleinere Akquisitionsmöglichkeiten, sei jedoch nicht an Prestige-Projekten zu überzogenen Preisen interessiert. Zu einer möglichen Übernahme der Londoner Zeitung wollte er sich konkret nicht äußern. (nz)