Haftstrafe für Infomatec-Gründer Häfele
04.05.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Nach Ansicht des Gerichts hatte Häfele den Infomatec-Börsenkurs in den Jahren 1999 und 2000 durch falsche oder überzogene Erfolgsmeldungen in die Höhe getrieben. So sei ein Vertrag zur Verknüpfung von Internet und Fernsehen nur zum Schein abgeschlossen worden, ein anderer künstlich aufgebläht worden, um den Aktienkurs der Firma zu stützen. Anschließend habe er sich durch den Verkauf eigener Aktien Erlöse in Höhe von 15 Millionen Euro verschafft.
Der Vorsitzende Richter Rainer Brand sagte in seiner Urteilsbegründung am Ende des fast einjährigen Prozesses, Häfele habe bei den Aktienverkäufen von einem Wissen profitiert, über das der Markt nicht verfügt habe.
Im Herbst 2000 hatten die beiden Infomatec-Manager bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, als sie als erste Börsenstars des Neuen Marktes inhaftiert wurden. Der Aktienkurs des Software-Unternehmens war zeitweilig bis auf 290 Euro gestiegen und nach Bekanntwerden des Betrugsskandals unter fünf Cent gefallen. Nach Schätzungen der Staatsanwaltschaft hatten die Anleger einen Schaden von 250 Millionen Euro.

