netzeitung.deHaftstrafe für Infomatec-Gründer Häfele

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Alexander Häfele (li.) und Gerhard Harlos (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Alexander Häfele (li.) und Gerhard Harlos
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Betrugsskandal bei Infomatec liegt dreieinhalb Jahre zurück. Jetzt ist Unternehmensgründer Alexander Häfele wegen Insiderhandels und Kursbetrugs zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden.

Das Augsburger Landgericht hat den früheren Vorstand des Neue Markt-Unternehmens Infomatec, Alexander Häfele, am Dienstag wegen Insiderhandels in zwei Fällen und Kursbetrugs in einem Fall zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahre und neun Monaten verurteilt. Zudem wurde Häfeles Vermögen in Höhe von 4,5 Millionen Euro nach Angaben seines Anwalts eingezogen.

Nach Ansicht des Gerichts hatte Häfele den Infomatec-Börsenkurs in den Jahren 1999 und 2000 durch falsche oder überzogene Erfolgsmeldungen in die Höhe getrieben. So sei ein Vertrag zur Verknüpfung von Internet und Fernsehen nur zum Schein abgeschlossen worden, ein anderer künstlich aufgebläht worden, um den Aktienkurs der Firma zu stützen. Anschließend habe er sich durch den Verkauf eigener Aktien Erlöse in Höhe von 15 Millionen Euro verschafft.

Der Vorsitzende Richter Rainer Brand sagte in seiner Urteilsbegründung am Ende des fast einjährigen Prozesses, Häfele habe bei den Aktienverkäufen von einem Wissen profitiert, über das der Markt nicht verfügt habe.

Erste Börsenstars im Knast
Gerhard Harlos, der zweite Firmengründer, legte im November 2003 ein Teilgeständnis ab und wurde daraufhin zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren sowie einer Geldstrafe von 9000 Euro verurteilt.

Im Herbst 2000 hatten die beiden Infomatec-Manager bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, als sie als erste Börsenstars des Neuen Marktes inhaftiert wurden. Der Aktienkurs des Software-Unternehmens war zeitweilig bis auf 290 Euro gestiegen und nach Bekanntwerden des Betrugsskandals unter fünf Cent gefallen. Nach Schätzungen der Staatsanwaltschaft hatten die Anleger einen Schaden von 250 Millionen Euro.

Revision angekündigt
Im Gegensatz zu seinem Geschäftspartner Harlos bestritt Häfele bis zum Schluss aber alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Sein Verteidiger Winfried Holtermüller hatte schon vor dem Urteilsspruch angekündigt, im Falle einer Verurteilung in Revision beim Bundesgerichtshof gehen zu wollen. Für das Revisionsverfahren in Karlsruhe sehe er «sehr gute Erfolgsaussichten», sagte Holtermüller. (nz)