netzeitung.deBei Alstom zeichnet sich eine Aufspaltung ab

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Der hoch verschuldete Alstom-Konzern soll offenbar aufgespalten werden. Einem Bericht zufolge könnte Siemens das wichtige Turbinengeschäft übernehmen.

Der angeschlagene französische Alstom-Konzern steht offenbar vor der Aufspaltung. Wie das «Handelsblatt» am Dienstag unter Berufung auf EU-Kommissionskreise berichtete, könnten sowohl der Siemens-Konzern
als auch die staatliche französische Nuklear-Holding Areva Teile von Alstom übernehmen.

Das habe die Zeitung nach einem Spitzengespräch zwischen EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti und Frankreichs Finanzminister Nicolas Sarkozy erfahren, hieß es. Demnach zeichnet sich ab, dass Siemens den Gas- und Dampfturbinenbau des französischen Konkurrenten übernimmt. Diese Sparte erwirtschafte 46 Prozent des Gesamtumsatzes von Alstom. Zusammen kämen Siemens und Alstom auf einen Anteil am weltweiten Turbinenmarkt von 35 Prozent. Gerüchte über ein Interesse von Siemens am Alstom-Turbinengeschäft machen bereits seit längerem die Runde.

Suche nach «dauerhafter Lösung»
Monti habe Sympathie für die Übernahme wichtiger Alstom-Sparten durch Siemens erkennen lassen – Bedenken der Fusionsprüfer gelten laut «Handelsblatt» für überwindbar, weil der US-Konzern General Electric 40 Prozent des weltweiten Turbinengeschäfts beherrscht. Die französische Nuklear-Holding Areva soll den Angaben zufolge den Schnellzug TGV übernehmen.

Wie die Zeitung weiter berichtete, einigten sich Monti und Sarkozy darauf, so schnell wie möglich eine «dauerhafte Lösung» zu finden. Französische Regierungskreise hätten bestätigt, dass Sarkozy einem Einstieg anderer Unternehmen bei dem hoch verschuldeten Alstom-Konzern nicht im Wege stehe. Er sei daran interessiert, einen «europäischen Champion» zu bilden, sei Sarkozy von Teilnehmern des Spitzengesprächs zitiert worden, so das «Handelsblatt». (nz)