netzeitung.deAventis bezeichnet Fusion mit Sanofi als «zufrieden stellende Lösung»

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Aventis hat im Rahmen des Zusammenschlusses mit Sanofi das erreicht, «was wir sozial erreichen wollten». Sanofi-Chef Dehecq gab Wirtschaftsminister Clement eine schriftliche Garantie zum Standort Frankfurt.

Aventis hat nach eigener Auffassung gute Konditionen für die Beschäftigen des Konzerns im Rahmen der Fusion mit Sanofi-Sythelabo ausgehandelt: Der deutsch-französische Pharmakonzern habe «erreicht, was wir sozial erreichen wollten», sagte Finanzchef Patrick Langlois am Donnerstag.

«Mit Blick auf den geplanten Zusammenschluss mit Sanofi haben wir nun eine zufriedenstellende Lösung gefunden, die den Wert von Aventis, unser Wachstumspotenzial und die Kompetenz und Erfahrung unserer Mitarbeiter angemessen berücksichtigt», fügte Unternehmens-Chef Igor Landau an.

Wie Langlois weiter sagte, wird das fusionierte Unternehmen Sanofi-Aventis mit einem Jahresumsatz von 25 Milliarden Euro über die «richtige kritische Masse» und ein schlagkräftigeres Marketing auf dem weltgrößten Pharmamarkt USA verfügen. Er erwarte bald die Zustimmung der US-Behörden für den geplanten Zusammenschluss, so der Aventis-Finanzchef.

Spekulationen um hohe Abfindung
Langlois wollte aber weiterhin Berichte über eine Millionenabfindung für Landau nicht kommentieren. Pressemeldungen zufolge soll Landaus Abtritt als Aventis-Chef mit einem «goldenen Handschlag» von rund 24 Millionen Euro versüßt werden.

Die französische Wirtschaftszeitung «Les Echos» berichtete, Landau erhalte 12,1 Millionen Euro Abfindung, seine Aktienoptionen der letzten Jahre hätten einen Wert von etwa neun Millionen Euro. Dazu komme eine Zusatzrente. Auch nach seinem Abgang könne Landau weiter über ein Büro, eine Assistentin und einen Firmenwagen mit Chauffeur verfügen.

Gewinnschub im ersten Quartal
Im ersten Quartal 2004 steigerte Aventis den Nettogewinn um 14,6 Prozent auf 556 Millionen Euro. Der starke Euro belastete indes den Umsatz: Die Erlöse sanken leicht auf 3,9 Milliarden Euro.

Ohne Währungseffekte wäre der Umsatz um 6,4 Prozent gestiegen. Zur weiteren Geschäftsentwicklung sagte Landau: «Gestützt auf die Markteinführung wichtiger neuer Produkte erwarten wir 2004 einen Umsatzzuwachs um operativ sechs bis sieben Prozent und einen Anstieg des Gewinns je Aktie um 15 Prozent.»

Dehecq gibt Clement Standortgarantie
Derweil bekräftigte Sanofi Zusagen für den Aventis-Standort Frankfurt am Main. «Ich habe bei zahlreichen öffentlichen Gelegenheiten wiederholt, dass die Aktivitäten der Produktion und der Forschung in Frankfurt erhalten bleiben, und ich bestätige Ihnen dies erneut», heißt es in einem Schreiben von Sanofi-Chef Jean-Francois Dehecq an Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD), aus dem eine Sprecherin des Ministeriums am Donnerstag zitierte. Das Schreiben Dehecqs sei am Dienstag eingegangen, teilte die Sprecherin mit.

Der Frankfurter Aventis-Standort sei im Hinblick auf Forschung und Industrie konkurrenzlos, sagte Sanofi-Vorstand Hanspeter Spek der «Frankfurter Rundschau». Bei Aventis beträfe eine Verlagerung der Zentrale rund 600 von 9000 Beschäftigten in Deutschland. «Um diese 600 müssen wir uns vordringlich kümmern», betonte Spek. Die anderen 8400 könnten weiterarbeiten. Verkaufen will Sanofi laut Spek die Chemie-Beteiligungen: «Dystar, Rhodia und Wacker sehen wir nicht als Kerngeschäft.» (nz)