Freenet gibt Aktien ab: 

netzeitung.deTelekom schluckt Webhoster Strato

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Rechenzentrum von Strato (Foto: Privat<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Rechenzentrum von Strato
Foto: Privat
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Mit dem Kauf von Strato ist die Telekom um vier Millionen Hosted Domains reicher. Der Kaufpreis für die Freenet-Tochter beträgt 275 Millionen Euro. Und schon stehen die nächsten großen Schritte beim Telekommunikationsmarktführer an.

Die Deutsche Telekom übernimmt das Berliner Internet-Unternehmen Strato vom Mobilfunkunternehmen Freenet. Ein entsprechender Vertrag zum Erwerb aller Aktien an der Gruppe sollte noch am Donnerstag in Berlin unterzeichnet werden, teilten beide Unternehmen mit.

Der Kaufpreis beträgt den Angaben zufolge 275 Millionen Euro. Allerdings werde Freenet die gesamte Kundenvorauszahlung für das kommende Jahr in Höhe von 22 Millionen Euro einbehalten können, sagte Freenet-Chef Christoph Vilanek der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Übernahme steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden.

«Mit diesem Schritt stärken wir unsere Position im sehr interessanten Wachstumsmarkt für Hosting-Lösungen», sagte Telekom-Vorstand Niek Jan van Damme. Strato bietet vor allem für Privatkunden und kleine Geschäftskunden Produkte wie E-Mail-Services, Webseiten, Blogs und Online-Shops sowie Dienstleistungen zur Datenspeicherung auf physischen und virtuellen Servern an.

Eigentümerwechsel soll neue Wachstumsphase einläuten
Mit der Übernahme des Berliner Unternehmens, das rund vier Millionen Hosted Domains betreut und 502 Mitarbeiter beschäftigt, will die Deutsche Telekom die Nummer zwei für Webhosting-Produkte in Deutschland werden.

Der Vorstandschef der Freenet AG, Christoph Vilanek, erklärte, Strato habe sich seit dem Erwerb durch Freenet im Jahr 2005 sehr gut entwickelt. Mit der zunehmenden Konzentration auf Mobilfunk und mobiles Internet bei Freenet mache es jedoch Sinn, für die nächste Phase des Wachstums von Strato einen neuen Eigentümer zu finden.

Freenet hatte Strato im Juli zum Verkauf gestellt. Auch United Internet hatte sich für das Unternehmen interessiert, der Internetdienstleister aus Montabaur hat in diesem Jahr bereits die DSL-Kunden von Freenet übernommen. «Mit der Auswahl der Deutsche Telekom AG meinen wir, einen im besten Interesse der Kunden, der Mitarbeiter und des Unternehmens idealen Partner gefunden zu haben», sagte er.

Konzernumbau bei der telekom
Die Telekom plant an diesem Dienst auch einen radikalen Konzernumbau. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in Hannover bittet der deutsche Marktführer seine Aktionäre um die Zustimmung zur Zusammenführung der Festnetzsparte T-Home und der Mobilfunksparte T-Mobile in Deutschland. Die Zustimmung der Aktionärsversammlung gilt als sicher.

«Jetzt ist die richtige Zeit für die Zusammenführung des Mobilfunk- und Festnetzgeschäfts. Zwei gesunde und wettbewerbsfähige Geschäftsbereiche werden gemeinsam noch stärker», betonte der Vorstandsvorsitzende René Obermann anlässlich der Hauptversammlung. Die Telekom reagiere mit der Zusammenführung auf die Herausforderungen der Branche.

Ziel der Neustrukturierung ist es, in einer künftigen Deutschland-Gesellschaft das inländische Festnetz- und das inländische Mobilfunkgeschäft eng zu verzahnen. Das Potenzial sei enorm, erklärte Obermann. Bislang habe nur jeder fünfte der 29 Millionen Kundenhaushalte sowohl einen Festnetz- als auch einen Mobilfunkvertrag bei der Telekom. «Sollten wir von den übrigen Kunden auch nur ein Prozent als Doppelkunden gewinnen, kann unser Umsatz um bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr steigen», sagte Obermann.(AP/dpa/dpa-AFX)